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23.01.17 - Wintereindrücke

Nun wintert es in Lucht und Lanken,

im Graben klirrt das schwarze Eis.

Und Schilf und Binsen an den Planken,

stehn unterm Nebel steif und weiß.



Mit Kälte sind bepackt die Schlitten,

die Gäule eisig überglänzt.

Die Gans hängt starr, ins Hirn geschnitten,

das fahle Rohr liegt flach gesenst.



Das Licht der Tenne ist erloschen.

Schnee drückt der kleinen Kirche Walm,

im Klingelbeutel friert der Groschen

und beizend schwebt der Kerzen Qualm.



Der Wind umheult die Kirchhofsmauer.

Des Todes karges Deputat

ist ein vereister Blätterschauer

der Eichen auf den letzten Pfad.



Hier ruhn, die für das Gut einst mähten,

die sich mit Weib und Kind geplagt,

landlose Schnitter und Kossäten.

Im öden Schatten hockt die Magd.



Die Nacht ist ihre leere Scheune.

Die roten Schafe ziehn zur Schur.

Des Winters Korn behäuft die Zäune,

furcht es die hungerharte Flur.



Der Sturm wohnt breit auf meinem Dache,

wie eine Grille zirpt der Frost.

Und wenn ich alternd nachts erwache,

stäubt Asche kalt vom morschen Rost.



Am Hoftor schwer die Balken knarren,

im Nebel läutet ein Gespann.

Ein Kummet klirrt und Hufe scharren,

ich weiß, ein grober Knecht spannt an.



Der Wolken Mauer steht dahinter

auf Wald und See und grau wie Stein.

Bald wird das Feuer vieler Winter

in einer Nacht erloschen sein.

Peter Huchel


12.12.06 - Für die Fluchenden

Für die immerfort Fluchenden,
die ewig nur Suchenden,
die nie ganz Zufriedenen,
die Daheimgebliebenen,
die ängstlich sich Duckenden,
mit den andern mit Zuckenden,
die stets für sich Raffenden,
rund-um-die-Uhr Schaffenden,
das Glück ALLEN Strebens
liegt in der Freude des Gebens!

Die immer gradeaus Denkenden,
die nie was Verschenkenden,
die immer auf den Preis Schauenden,
sich vor dem Morgen oft Grauenden,
die sich selber Vergessenden,
und auch die alles Fressenden,
die aus Schutz innerlich Erkaltenden,
die aus Furcht zu-fest-Haltenden,
die sich und andere Spaltenden,
ihnen allen sei gesagt:
Das Wasser des Lebens
sprudelt in der Freude des Gebens!

Und die, die Tränen oft weinen?
Es irgendwie gut doch immer meinen?
Die auch bereit sind, zu helfen?
Die mal zu Trollen, mal zu Elfen
zählen?
Sich quälen und leiden,
sich binden und scheiden,
auf sich und die Welt wütend sind?
Oder ganz verängstigt, wie ein Kind,
auf die Dinge und auf sich selber schauen?
Woher die Kraft für das nächste Morgengrauen?
Wenn das Hamsterrad wieder wartet?
Das machen-Machen-MACHEN wieder startet?

Auch diesen sei das Folgende gesagt:
Egal, wohin Wünsche und Gedanken wandern -
liebe DICH – DICH selbst – so wie die andern.
Da – genau da - entspringt der Quell allen Lebens,
und fließt von dort mächtiger,
deutlicher und prächtiger,
in allen Facetten des Strebens…. und Gebens.


05.12.16 - Für die Suchenden

Für die kurz Entschlossenen….
die auch mal Verdrossenen…..
Für die Liebenden der Nächte,
für die Tiefschürfer der Schächte
eigenen Wesens und eigenen Wissens…..
und auch für die mit einem Gewissen!
Für Traurige und Lachende,
für Träumende und Machende,
kurz:
Für alle, die im Herzen JUNG –
Für die gibt es hier neuen Schwung –
Und neue Freude – neues Leben!
Neues Glück! Und neues Geben!


31.10.16 - Der Schein bestimmt das Sein

Nicht nur im Glanz und Glitter von Sterns und Sternchen…. Im „Glamour“, der uns verzaubern soll….. (Übrigens ist „Glamour“, wenn man den englischen Begriff heranzieht, eben das – Zauber. Man wirkt einen Zauber in all den Mode- und sonstigen Zeitschriften über uns….).
Nein, der Schein ist mittlerweile allerorten. In Parolen (wir müssen uns mehr anstrengen! Für wen?), in Schein-Lösungen (wir regeln das in der EU solidarisch – ist es Solidarität, wenn die Vielen sich nach den Wenigen richten sollen? Etc.).
Da die meisten Menschen es vorziehen, dem schönen Schein zu vertrauen und nicht dem wahren Sein, sind die Verhältnisse so, wie sie sind. Es bleibt nur (und das ist viel) bei sich selber anzusetzen.
Auf was möchte ich vertrauen? Auf was meine Stärke setzen? Je mehr Vertrauen IN uns selbst, desto mehr SEIN ist da und desto weniger SCHEIN ist nötig…..
Täuschungen gehören dazu, solange wir dem schönen Schein verhaftet sind. Und nochmal: Täuschung ist allgegenwärtig! In den Begriffen, die man uns vorsetzt, den Lösungen, die man uns präsentiert und den Gedanken, die man uns denken lässt. Oder wie Clif High es mal sagte:
Remember ZuangZi says, the first act of the enlightened being is to call things by their correct names. It helps to learn to see reality. If anti-depressants worked, then why are you depressed? If diet drinks work, then why are you fat? If fast food is food, then why have you no energy, and are constantly hungry? If schools are there to educate, why are you so ignorant? If the medicine industry is there to sell health, why does it cost you so much to be always so sick? If the legal system is there to provide justice, then why is it only the poor who go to jail? If your government is there to protect you, then why are you always so afraid?
Gute Fragen. Und die Lösung? Strebe nach Wahrheit – und nicht nach Bestätigung Deiner Glaubenssätze. Sei ehrlich – zu Dir selbst und anderen. Wenn es Dir schlecht geht, geht es Dir schlecht. Wenn es Dir gut geht, geht es Dir gut. Der erste Schritt ist das Eingestehen und Zulassen. Der zweite das Nachsinnen und Zeit lassen. Der dritte das Verstehen und Integrieren.
Wären wir mehr an Wahrheit interessiert, könnte man uns auch nicht so viel täuschen. Der Wahrheitsgehalt in den Medien ist die letzten Jahre stetig gesunken und liegt jetzt noch bei geschätzt 30-50%. Das Dumme ist, dass Menschen, wenn sie lange genug mit solch einem Wahrheitsgehalt versorgt wurden, auf mehr Wahrheit mit Ablehnung reagieren – so wie jemand sich an ein bestimmtes Quantum Zucker im Kaffee gewöhnt hat und mehr oder weniger Zucker ablehnt.
Das Gute ist, dass die Auswirkungen der Täuschung uns als Konsequenzen die nächsten Jahre im Außen präsentiert werden. Erst als kleine Krisen, dann als große und schließlich als sehr große. Das ist der harte Weg des Lernens, für den sich die Menschheit entschieden hat. Doch es gibt einen Lichtstreifen am Horizont:
Jedem und jeder von uns steht es frei, aus unseren Erfahrungen zu lernen und sich für die Wahrheit zu entscheiden. Für das Echte und gegen das Falsche.
Auf diese Weise geht es langsam, aber stetig, nach Innen. Zum Kern. Und der ist gut. Der ist hell! Der ist in uns allen!
Je näher wir dem Kern kommen, desto klarer sehen wir und desto mehr können wir andere berühren. Es braucht hierfür kein Kasteien, keine Strenge, keine Vorschriften – SONDERN: Nur im Augenblick sein und sich an dem erfreuen. Und bewusst bleiben!
Mehr braucht es nicht.
Und wenn das (scheinbar) nicht möglich ist (oh! Die Sorgen! Oh! Die Hetze! OH – der DRUCK!) – dann ändere was im Ablauf. Geh zum Yoga, mach eine Meditation, geh spazieren, schenk anderen etwas, mach anderen ne Freude – selbst wenn Du krank im Bett liegst kannst Du das!
Lass Dein Sein leuchten – einfach nur, in dem DU bist.
Mehr nicht.
Viel Spaß dabei!


30.09.2016 - Der Blick hinter den Vorhang

Es ist selten, aber es passiert doch hin und wieder, dass da ein Buch erscheint, dass uns eine Vision auf den Berggipfel ermöglicht….. die Wolken reißen auf, die Sicht nach oben ist auf einmal klar – was sonst im Nebel von Vermutungen, Befürchtungen, Zweifeln, verborgen ist (gibt es den Gipfel überhaupt? Den Sinn? Oder ist alles zwecklos?) liegt uns für einen Moment klar vor Augen!

Das Buch, was ich empfehlen möchte, ist so ein Buch. Es trägt im Englischen den schönen Titel „Dying to be me“ und wurde von Anita Moorjani geschrieben. Man kann dies mit „Sterben, um ich selbst zu sein“ übersetzen, doch ist auch ein Wortspiel darin enthalten: To die for something heißt auch, sich nach etwas sehnen.

Anita Moorjani ist eine Frau aus wohlhabender indischer Familie, in Singapur geboren und in Hongkong aufgewachsen. Sie führte ein ganz normales Leben wie tausende andere auch, mit all seinen kleinen Dramen und Erfolgen – sie kämpfte, sich von den Vorstellungen ihrer Eltern zu lösen, sie suchte und fand einen Job, traf irgendwann einen guten Mann, heiratete ihn…… und bekam eines Tages Krebs.

Vier Jahre kämpfte sie gegen die Krankheit an, probierte außer der Chemotherapie so gut wie alles, was es an alternativen Heilmethoden gibt (und sah zwei ihrer Freunde trotz der Chemo sterben) – ging nach Indien zu einem Guru, reiste nach China, praktizierte dutzende von Methoden, Ernährungsvorschriften, positives Denken etc. – es nützte nichts: Der Krebs wurde größer, fraß an ihr und machte sie schwächer und schwächer.

Im Februar 2006 war sie eines Tages zu erschöpft, um weiterzukämpfen – sie gab jeden Widerstand auf und fiel in ein Koma. Ihr Mann brachte sie ins Krankenhaus. Die Ärzte dort teilten ihm mit, dass nichts mehr zu machen sei – die Organe seiner Frau würden den Dienst einstellen und sie würde nicht mehr aus dem Koma aufwachen.

Und hier geschah das Wunder: Anita Moorjani wachte nicht nur nach 30 h aus dem Koma wieder auf – ihr Krebs verschwand innerhalb der nächsten 6 Wochen. Sie heilte von selbst und konnte nach ein paar Wochen entlassen werden. Was ihr geschehen war, war so unglaublich und gleichzeitig so einfach und simpel, dass es als Botschaft für uns alle von großer Bedeutung sein kann.

Es war ihr vergönnt, einen Blick hinter den Vorhang zu werfen – und wieder zurück zu kehren von dort. Was sie uns, denen dies nicht (noch nicht) :-) vergönnt gewesen ist, zu erzählen hat, kommt aus einem liebenden und heilenden Verständnis. Ich möchte es hier nicht vorwegnehmen – das hieße, dem Buch etwas von seinem Zauber zu nehmen.

Aber so viel möchte ich sagen: Das Buch von Frau Moorjani ist eines dieser Werke, die einem Hoffnung und Trost spenden können – die tiefe, innere Gewissheit vermitteln können, dass da für jeden von uns ein WEG, für jeden von uns eine FREUDE und für jeden von uns ein SINN im eigenen Leben existieren.

Jeder von uns hat dabei seinen ganz eigenen, individuellen Weg zurückzulegen. Und es kann sehr, sehr viel Mut machen, zu erfahren, was jemandem wiederfahren ist, der sich in scheinbar aussichtsloser Lage befand – und dem etwas Wundervolles, Gnadenvolles geschenkt wurde.

Und auch das wird aus dem Buch von Anita Moorjani deutlich: Dass wir alle Menschen von großem Wert sind! Dass wir einzigartig sind! Wir vergessen dies so oft – als Kinder sind wir uns dessen noch gewahr. Als Kinder sind wir reine Freude, reines Augenblicksbewusstsein, reines Spiel und Lachen. Daher die Worte von Jesus: Sie brachten auch junge Kinder zu ihm, daß er sie anrühren sollte. Da es aber die Jünger sahen, bedrohten sie die. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. (Lukas 18, 15)

Was viel, viel einfacher ist, als wir uns denken…. Es sind nur die Prägungen von Eltern und anderen davor, die leidvollen Erfahrungen, die mancher machen musste, der Schmerz und die Trauer darüber, die Strenge, die wir gegen uns selbst entwickelt haben, um uns zu schützen – aber jeder (!) von uns trägt in sich sein inneres Kind. Jedem und jeder ist damit der Weg ins Himmelreich offen. Immer. Davon erzählt Anita Moorjani. http://www.mystica.tv/heilung-im-licht-anita-moorjani-rezension/

Trauen wir uns. Werden wir wie die Kinder. Im Augenblick und im Herzen berührt. Das wünsche ich Euch allen von Herzen.

Kinder spielen. Kleine Welt.
Schreien, freuen, was gefällt
wird getan mit großer Lust!
Keine Spur von Lebensfrust!
Und ich, der Große, sehe gerührt zu.
Denn ich war auch mal Kind.
Und Du?


05.09.16 - Abschiede

Abschiede machen meistens (nicht immer) traurig oder wehmütig (und mancher möchte diese Gefühle tunlichst vermeiden – auch gerade Männer tun sich damit bisweilen schwer und der Schreiber diesen Zeilen bildet hier keine Ausnahme). :-)
Gleichzeitig sind sie notwendig: Manchmal gilt es vorwärts zu schreiten und sich (bewusst) von etwas zu verabschieden. Ein anderes Mal kommt der Abschied gänzlich unerwartet, vielleicht sogar als Schock.
Wie auch immer: Er gehört zum Mensch-Sein dazu. Zum Leben. Wenn also wieder ein Abschied ansteht – von jemandem, der Dir lieb und teuer ist – Partner, Freunde, Mutter oder Vater – dann nimm es an, auch wenn es traurig ist.
Denn der Abschied gehört nun mal dazu – und will uns auch etwas über uns selbst sagen. Dort hinzuschauen oder hinzu lauschen, kann lohnend sein.
„Was macht mir an diesem Abschied so zu schaffen? Geht es mir um die andere Person oder um mich? Was ist besser für mich – daran fest zu halten oder es los zu lassen“?
Fragen, auf die es nicht einmal eine direkte Antwort geben muss. Die aber helfen, Dinge gerade zu rücken. Man nennt es auch: In den Spiegel schauen und sich selber sehen. Will ich aus (egoistischen) Gründen an etwas festhalten? Aus Angst? Oder hänge ich noch an Groll oder Wut fest? Wie sollte ich damit umgehen – was sagt mein Herz dazu? Auch das ist ein Blick in den Spiegel.
Und gerade jetzt ist eine gute Zeit, loszulassen zu üben. Nicht nur von Menschen – auch von Gewohnheiten, Verhaltensweisen, die man an sich nicht mag, materiellen Dingen, die man nicht mehr benötigt etc. Das Schöne: Lässt man an irgendeiner Stelle bewusst los – geht es auch an einer anderen Stelle leichter. Man muss nicht gleich mit der schwersten Sache anfangen (Hurra – ich lasse jetzt mein großes Thema los! Zehn Tonnen? Kein Problem!). :-)

Man kann an kleinen Abschieden üben. Die kleinen Gelegenheiten des Alltags dafür nützen. Dafür sind sie ja da – wie Trainingseinheiten, die man absolvieren kann (und es braucht dazu auch keine Pulsfrequenzmesser oder Smartphones – das Bewusstsein genügt. Das Bewusst-Sein genügt). Es ist gar nicht so schwer, das zu tun. Und danach ist der Blick in den Spiegel wieder schöner. Denn von etwas losgelassen zu haben, heißt auch, erleichtert zu sein (im Wortsinne). Und das drückt sich durch ein freudiges Gesicht im Spiegel aus.
Nebenbei: Leider haben wir uns als Gesellschaft lange davor gedrückt, ehrlich in den Spiegel zu schauen, weswegen wir von der jetzigen Form unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren Abschied nehmen müssen. Das wird nicht schön, aber als Lernprozess ist es wohl notwendig.
Die meisten Menschen wollen sich leider nicht wirklich ändern und lieber an den Dingen festhalten, als sie loszulassen. Daher werden sich in den nächsten Jahren die Verhältnisse derart stark ändern, dass sich die Menschen ändern MÜSSEN! Für die, die an sich arbeiten, wird dies dann einfach etwas leichter sein – schwierig bleibt es natürlich trotzdem.
Für jetzt gilt es, vom Sommer Abschied zu nehmen, der nun bald dem Herbst Platz machen wird…..
Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Aus: Das Buch der Bilder, Rainer Maria Rilke


15.08.16 - Fehlende Empathie

Empathie oder Mitgefühl ist eine zutiefst menschliche Qualität. Gleichzeitig ist sie eine der Wege zum Heil: Wer Mitgefühl für andere empfinden kann (oder Mitleid, wobei der Ausdruck etwas anderes beinhaltet, worauf ich gleich nochmal eingehe), hat eine der Eigenschaften verinnerlicht, die für den Weg nach Oben (oder besser: Nach innen) so wichtig sind.
Wie überall gilt auch hier die Unterscheidungskraft: Aus welchem Antrieb heraus wird Mitleid gewährt? Der böse Blick von Friedrich Nietzsche würde auch heute manches klar sehen: „Mitleid ist das angenehmste Gefühl bei solchen, welche wenig stolz sind und keine Aussicht auf große Eroberungen haben: für sie ist die leichte Beute - und das ist jeder Leidende - etwas Entzückendes. Man rühmt das Mitleid als die Tugend der Freudenmädchen.“ (Friedrich Nietzsche).
Der Blick in den Spiegel ist nötig. Doch noch einmal zum Mitleid: Dieses heißt mitzuleiden – und das ist nicht unbedingt nötig. Mitgefühl leidet nicht mit, es fühlt mit. Da ist ein wesentlicher Unterschied. Ich kann mir den Schmerz des anderen zu eigen machen und doch bei mir bleiben. Und wem schon mal echtes Mitgefühl geschenkt wurde, der weiß, wie heilsam das ist.
(Ich weiß noch genau, wie ich mal mit 19?? Jahren für eine Knie-OP im Krankenhaus war. Der Arzt hatte mir ein Betäubungsmittel gegeben, was irgendwie dazu führte, dass ich, als ich aus der OP aufwachte, in Panik geriet – ich wollte nur raus und war kurz davor, meine Sachen zu packen und mit dem eingegipsten Knie auf und davon zu humpeln.
Eine Krankenschwester kam ins Zimmer. Ich lag mit dem Rücken zu ihr, wollte mich verstecken, aber sie muss wohl an meinen Atemzügen oder meiner Körperhaltung gemerkt haben, dass ich in großer innerer Anspannung war. Sie strich mir mit einer Hand über den Rücken. Und diese kleine Geste war so echt und so wohltuend, dass meine Angst nachließ. Ein Moment echten Mitgefühls hatte das bewirkt).
Leider wird echtes Mitgefühl oder echte Empathie hierzulande zur Mangelware (werden). Das hat viele Ursachen: Einmal eine Verschlechterung des Lebens hierzulande, welche das Misstrauen und den Hass zwischen verschiedenen Gruppen stärken wird.
Auch die zunehmende Schnelligkeit des Alltags, die Angst um den Arbeitsplatz (oder eben vor gesellschaftlichen Entwicklungen, die den Frieden hierzulande bedrohen), sorgen ebenfalls dafür, dass der Blick immer mehr (im egoistischen Sinne) nach innen gerichtet ist. „Ich zuerst!“. Auch das wird stärker.
Nicht zuletzt fördert der Gebrauch von Smartphones u.a. ein Absinken der Empathie, wie unabhängig voneinander von den Experten Susan Greenfield, Gerald Lembke und Manfred Spitzer festgestellt worden ist. https://www.youtube.com/watch?v=4wspr35TvP4
Fehlende Empathie bedeutet ganz konkret, sich in den anderen nicht einfühlen zu können. (Wenn Du also gar kein Mitgefühl besitzt, kannst Du zumindest noch Islamist, Spitzenpolitiker oder Vorstandsvorsitzender werden – immerhin). :-)
Fehlende Empathie macht es einfacher, den anderen zu verurteilen, zu entmenschlichen, zu akzeptieren, dass der andere bestraft werden muss etc. Fehlende Empathie ist das Schmiermittel jeder Diktatur. Und es ist etwas, was für die nächsten Jahre (unter anderen Namen natürlich) gefeiert werden wird. Wer sich den klaren Blick bewahrt, wird aber unter schönen Begrifflichkeiten (Härte des Rechtsstaats gegen die oder jene! Aufstand der Anständigen etc.) die fehlende Empathie entdecken können.
Trotz dieser trüben Aussichten wird die Empathie bei denen, die sich auf Ihr Herz besinnen und den Willen haben, den anderen „sehen“ zu wollen (und das heißt, auch seine Ansichten zu sehen) nicht nur bestehen, sondern sogar wachsen können. Also: Etwas weniger WhatsApp – und dafür mal ein nettes Gespräch auf der Straße oder im Büro mit jemandem, mit dem man noch nicht gesprochen hat. Das ist mehr, als wir ahnen.


11.07.16 Sommerzeit

Sonnenfeuer, Vogelsang,
Blauer Himmel, Glockenklang.
Autorauschen? In der Ferne.
Blätterrauschen? Ach so gerne.
Gedankenstille, wolkenweit –
Lebens Fülle – Sommerzeit!


04.07.16 - Dover Beach

Dover Beach (von Matthew Arnold)

The sea is calm to-night.
The tide is full, the moon lies fair
Upon the straits; - on the French coast the light
Gleams and is gone; the cliffs of England stand,
Glimmering and vast, out in the tranquil bay.
Come to the window, sweet is the night-air!
Only, from the long line of spray
Where the sea meets the moon-blanchd land,
Listen! you hear the grating roar
Of pebbles which the waves draw back, and fling,
At their return, up the high strand,
Begin, and cease, and then again begin,
With tremulous cadence slow, and bring
The eternal note of sadness in.

Sophocles long ago
Heard it on the {AE}gean, and it brought
Into his mind the turbid ebb and flow
Of human misery; we
Find also in the sound a thought,
Hearing it by this distant northern sea.

The Sea of Faith
Was once, too, at the full, and round earths shore
Lay like the folds of a bright girdle furld.
But now I only hear
Its melancholy, long, withdrawing roar,
Retreating, to the breath
Of the night-wind, down the vast edges drear
And naked shingles of the world.

Ah, love, let us be true
To one another! for the world, which seems
To lie before us like a land of dreams,
So various, so beautiful, so new,
Hath really neither joy, nor love, nor light,
Nor certitude, nor peace, nor help for pain;
And we are here as on a darkling plain
Swept with confused alarms of struggle and flight,
Where ignorant armies clash by night.


13.06.16 - Schau hin!

Schau, wo Du stark bist! Schau, wo Du ganz bist!
Schau, wo Dein Leben ein Flug oder Tanz ist!
Folg nicht dem Falschen, dem Glitzern und Gucken –
lass Dich nicht verarschen, benutzen, facebucken.

Schau wo Du ganz lebst! Schau wo Du lachst!
Wo Du Dir um das Morgen keine Sorgen drum machst!
Folg Deiner Ahnung und folg Deinem Herzen –
Scheiss auf die Mahnung! Weg mit den Schmerzen!

Dein Körper verkündet, was der Seele so fehlt –
Der Geist, er verbindet, was das Herz innen quält –
Schau hin! Achte auf Gleichklang – auf Deinen eigenen Rhythmus –
Denn nur der ist der einzige, der richtige und wahre –
Und trägt und bewegt Dich von der Wiege zur Bahre –
Es ist der, bei dem Du – und nur DU – mitmusst……

Also schau hin. Halt mal inne und finde Deinen Meister in Dir.
Vergiß die App, lass das Sharen und verweile im HIER!
Höre Wind, spüre Luft, fühl Natur und das LEBEN!
Dann kannst Du wieder aufhören, nur zu nehmen…. und kannst wieder geben.


07.06.16 - Was uns die nächsten Jahre erwartet

Uns erwartet die nächsten Jahre eine massive Wirtschaftskrise, welche mit starken gesellschaftlichen Verwerfungen/Veränderungen einher gehen dürfte.
Dass wir KEINE Krise bekommen, ist mittlerweile unmöglich.
Nicht nur
- Dass sich die Staatsverschuldung in Deutschland im Schnitt alle 12 Jahre verdoppelt – seit Bestehen der BRD, d.h. in guten wie in schlechten Zeiten http://www.staatsverschuldung-schuldenfalle.de/ (Wer nicht gerne viel liest, auf Punkt 5.1 klicken)
- Dass die Staatsverschuldung insofern unvollständig ist, da zukünftige Zahlungsverpflichtungen wie Pensionszahlungen des Bundes etc. darin nicht enthalten sind – die wirkliche Staatsverschuldung also noch ca. dreimal höher liegen dürfte
- Dass sämtliche bedeutenden Staaten des Westens viel zu hohe Verschuldungsraten haben – die (s. Deutschland) überall ebenfalls weiter ansteigen http://www.economist.com/content/global_debt_clock
- Dass Deutschland Haftungsversprechungen in Höhe von Hunderten von Milliarden Euro gemacht hat via diverser Mechanismen wie ESM, ESFS etc.
- Dass Bail-Outs (Bankenrettungen über Steuerzahlergeld) und Bail-Ins (Bankenrettungen über Einlagen, d.h. Kontoinhaber werden a la Zypern geschröpft) wenn nicht schon de jure, so de facto beschlossene Sache in der EU sind (wer dies nicht glaubt, soll mal im Netz nach „Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme“ guggeln oder dies lesen) https://www.internetkanzlei.to/sparguthaben-kann-ab-sofort-verpfaendet-werden/
Hinzu kommt noch dass
- Die Verschuldung auf allen Ebenen (nicht nur staatlich, auch bei Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen) zu hoch ist und reduziert werden muss
- Dass diverse Banken weiterhin in Gefahr sind, in Schieflage zu geraten
- Dass seit Jahren ein Vermögenstransfer von den Armen und der Mittelschicht zu den Reichen geschieht – d.h. die Zahl der Armen wird größer, die Mittelschicht erodiert – s. hierzu auch die wegweisenden Arbeiten von Michael Hudson http://www.goodreads.com/book/show/17836526-killing-the-host oder diesen Artikel http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/25/wie-zu-kaisers-zeiten-die-gesellschaft-zerfaellt-in-zwei-klassen/
- Dass wir möglicherweise auf Peak Oil, d.h. die Verknappung des kostbaren Gutes Rohöl hinauslaufen und damit einhergehend eine abschmierende Wirtschaft (Ölförderung zu teuer – Wirtschaft schrumpft trotz sinkender Ölpreise) http://www.thehillsgroup.org/depletion2_022.htm
- Dass die Konfrontation zwischen den USA und Russland gefährlicher wird (im Moment testet man die jeweiligen Waffensysteme in Syrien – nicht ausgeschlossen, dass dies eines Tages in Europa geschieht, s. die Stationierungen von US-Truppen im Baltikum)
- Dass der Prozess der Automatisierung und damit Reduzierung von Arbeitsplätzen immer weiter läuft und in den nächsten Jahren Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen wird http://www.welt.de/wirtschaft/article140401411/Maschinen-koennten-18-Millionen-Arbeitnehmer-verdraengen.html
- Der vielbeschworene demographische Wandel ist - wie vieles in den Medien – bis dato was seine Konsequenzen angeht, nur These (eine zudem immer anzweifelbarere These, wenn man ihr zum Beispiel die weitere Automatisierung s.o. gegenüberstellt). Japan beispielsweise hat sich bewusst gegen Zuwanderung als Ausgleich zu diesem Wandel entschlossen. Wer damit am Ende besser fahren wird, kann noch nicht abschließend beurteilt werden.
Man könnte auch noch die Rentenfrage einwerfen (die Rentenkassen sind leer, die Beitragszahler werden weniger), die immer weiter sinkende Qualität von Schul-, Ausbildungs- und Universitätsstandards, die Tatsache, dass durch exzessive Smartphone-Nutzung Konzentrationsfähigkeit und abstraktes Denken negativ beeinträchtigt werden etc. pp., aber es soll wohl hier genügen.
Kurz gesagt: Es sind derart viele, parallel laufende negative Entwicklungen, dass es keine Frage des Ob mehr ist (was eine Krise betrifft), sondern nur eine des Wann.
Niemand kann mit Bestimmtheit sagen, wann sie genau kommt – nur dass sie die nächsten Jahre kommt, ist sicher. (Dass unter diesen Gesichtspunkten, die unseren Politikern nicht unbekannt sein dürften, gewisse poltische Entscheidungen der jüngsten Zeit je nach Blickwinkel fahrlässig oder geradezu selbstmörderisch erscheinen, sei hier nicht weiter kommentiert).
Da sich die Krise also nicht vermeiden lassen wird (vielleicht noch etwas nach hinten schieben, wie man es auch 2008 gemacht hat – Schuldenausweitung, Übernahme von Bankenrisiken durch die Zentralbanken), sollte man sich geistig darauf einstellen, dass es hierzulande rauer zugehen wird. Wer Griechen oder Russen oder Argentinier kennt, kann diese mal fragen, wie die Krise bei ihnen war/ist. Ähnliches wird auch zu uns kommen.
Es ist aber kein Grund, in Panik oder Suizidgedanken zu verfallen. Alles hat im universellen Rahmen seinen Sinn – auch, dass wir alle in dieser Zeit leben und es er- und überleben sollen. Drei Dinge kann man tun:
1. Ehrlich zu sich selbst sein! D.h. die Dinge möglichst ohne Vorlieben und Vorurteile zu sehen (der Wunsch dazu genügt, dann werden sich die Dinge nach einer Weile auch zunehmend so präsentieren).
2. Nicht den Politikern glauben (die im Verlauf der Krise Lösungen präsentieren dürften, welche nur die von Michael Hudson ausgemachte Tendenz weiter verstärken dürften – also einen neuen Feudalismus schaffen helfen). Solche Maßnahmen könnten sein
Devisenkontrollen, Bargeldbeschränkungen, Bargeldabschaffung, Erhöhung Steuern und Abgaben, mehr Kontrollen, Aufhebung Bank- und Schließfachgeheimnis, Nachweis von Vermögenserwerb – ansonsten Einzug, Kriminalisierung des Edelmetallbesitzes, Einschränkung der Reise- und Niederlassungsfreiheit, Verchippung der Bevölkerung etc.
3. Seiner Bestimmung folgen. Dann wird sich manches fügen, wo man erst nur schwarz sieht.
Also Glück auf bzw. Kopf hoch. Es ist unklar, ob wir eine Inflation oder Deflation erleben (wahrscheinlich eine Kombination) oder eine Währungsreform, das Zerbrechen der EU (alle Währungsunionen haben irgendwann das Zeitliche gesegnet) oder möglicherweise sogar Krieg. Das kann man jetzt noch nicht sagen, wie genau es ablaufen wird. Eine Kombination aus allen Faktoren ist am wahrscheinlichsten.
Man sollte sich geistig darauf einstellen – den Mut und den Kopf nicht hängen lassen, das Schicksal annehmen, was einen in diese Zeit gebracht hat – das ist schon sehr viel.
Und wer sich dann noch seine Menschlichkeit bewahrt – Güte, Geduld, Mitgefühl, Vertrauen etc. – der wird anderen Hilfe sein können und selber Hilfe an Stellen finden, wo er das nicht gedacht hätte.
Ich wünsche daher allen von Herzen ein gutes Durchkommen!


30.05.16 - Echte Werte

Lang, lang ist’s her, da sprach ein Bundeskanzler von der Wertewende (das war Anfang der achtziger Jahre). Seitdem ist es mehr oder weniger still um Werte geworden und doch spielen diese natürlich für jeden Menschen eine wichtige Rolle: Welchen Werten folgst Du? Und was für Maßstäbe setzt Du bei anderen an? Fragen, die man sich mal stellen kann.
Um welche Werte geht es überhaupt? Es sind die uralten, ewig neu entdeckten, die das Leben erfüllt machen (es heißt nicht, dass sie das Leben immer einfach machen – denn wer Werten treu bleibt, der muss auch teilweise etwas tun, was ihm oder ihr nicht gefällt. Zum Beispiel jemandem helfen, auch wenn eine Stimme innen drin sagt „ich mag nicht! Will meine Ruhe!“ – umgekehrt mag es genauso wichtig sein, sich nicht benutzen zu lassen und zu sagen „Stop! Ich brauche Abstand!“. Das hängt vom Augenblick ab). Doch zu den Werten – was sind echte Werte? Zum Beispiel
Großzügig sein
Gelassen
Geduldig
Liebevoll
Vergebend
Es ist heutzutage nicht einfach, sich seine guten Werte zu bewahren. Es gibt nervige Chefs, Druck durch Lernen oder Deadlines (ah – aber wer macht uns den Druck? Noch ne gute Frage), zickige Kollegen, Mobbing, Machtspielchen, Intrigen, Tratsch, ein stärker werdendes Klima der Angst, unsere eigenen Muster und allüberall schlechte Schauspieler ihrer selbst….. die dann mit piepsigen oder gepressten Stimmen ihre Halbwahrheiten/Lügen verbreiten (müssen):
„Wie kann ich Ihnen helfen? – Ich stehe gerne zur Verfügung – Wir müssen zusammenarbeiten! – Ich verlasse mich auf Sie! – Nur ruhig Blut, Sie schaffen das schon! - Wir schaffen das! Etc. pp.“ Noch eine Sache nebenbei: Lügen kleiden sich immer in schöne Worte und Appelle. Doch zurück zu den Werten:
Man kann seine Werte trainieren. So als ob man Sport treibt. Nach einer Weile werden die Werte wie Muskeln stärker werden – man selbst wird stärker werden und es wird einen immer weniger aus der Bahn hauen. Und im Moment ist noch Zeit, die eigenen Werte spielerisch zu trainieren. Wie man das tut?
Indem man das Rechte und Richtige tun will und dabei ehrlich und authentisch bleibt. Das ist der erste Schritt (und manchmal nicht einfach).
Indem man auf die Stimme des Gewissens hört (die sich in entscheidenden Momenten melden wird – dann heißt es, ihr folgen). Eben nicht mitmachen, wenn alle über den neuen Kollegen schlecht reden. Wenn alle sagen: Der ist ja doof! Sich nicht am Tratsch beteiligen, nicht böswilliges Zeug reden etc. Das ist der zweite Schritt.
Und indem man sich Situationen im Nachhinein ehrlich UND möglichst neutral anschaut – sich nicht im Riesenrad von Schuld und Vorwürfen verheddert, sondern UNABHÄNGIG der eigenen Gefühle nach der Wahrheit der jeweiligen Situation schaut. „Was will mir diese Erfahrung sagen?“. Das ist manchmal schwieriger, aber möglich. Es ist der dritte Schritt. Eigentlich mehr ein Sprung als ein Schritt. Quasi ein Quantensprung. :-)
Wer das tut, wird nach und nach mehr und mehr Kraft zur Verfügung haben. Denn so löst man sich von eigenen Mustern und bleibt eigenen Werten treu. Und damit wird das Leben immer schöner und bunter. Für die nächsten Jahre brauchen wir unbedingt Menschen mit starken Werten, denn die nächsten Jahre werden sehr unschön werden. Die Zeit der Ruhe läuft ab und das Training der Werte auch – bald werden sie im echten Wettkampf gefordert werden (warum das so ist, schreibe ich nächste Woche nochmal).
Hast Du nicht Lust, einer der Menschen mit starken Werten zu sein? Mit Rückgrat und Mut, Ehrlichkeit und Liebe? Das ist alles in Dir! Ja, da sind auch Zweifel und Angst, doch das ist normal - Zweifel und Angst gehören dazu. Aber wenn sich in einem stillen Moment in Dir irgendwann ein „Ja“ meldet – ein Ja zur Wahrheit und zu echten Werten– dann bist Du schon auf dem Weg…..


18.05.16 - Leben und Abschied

Genieß die Zeit! Das Leben ist so schön! Genieß den Tag und auch die Nacht!
Genieß die Zeit! Das Leben ist so schön! Und noch viel schöner als gedacht!
Umarme die, die Du umarmen magst – schenk andern Liebe und Vertrauen!
Schau nicht auf Zeit, Belohnung, Arbeit – schau dahin, wo nur wenig schauen!
Nutz Deine Zeit für gute Werke, ein nettes Wort im rechten Augenblick –
Aus schöner, klarer Herzensstärke, wächst neues, wunderbares Glück…..
So teile, was Du teilen kannst- verschenke Dich und Deine Gaben!
Denn weder Du noch ich weiß doch – wie viele Tage wir noch haben…..

Und kommt er dann, der Tag des Abschieds – so mag er noch so traurig sein….
Es ist kein Ende, kein nie-mehr-wieder – man tritt in neue Räume ein…..

Und das vergiß nicht:

Ists auch für Manches nun zu spät -
die Seele weiß wohl, wann sie geht.
Was bleibt sind Worte, gute Werke,
Liebestaten, Herzensstärke,
ein Lachen, das so schön verbunden -
das ist nicht mit der Zeit verschwunden!
Erinnerungsgoldener Schimmer bleibt -
was immer auch die Zeit noch schreibt,
das HERZ bewahrt, was man erfahren,
in Stunden, Tagen, Wochen, Jahren,
bleibt dieses wärmend doch zurück -
das tiefe, volle Seelenglück,
was diesen Mensch mit Dir begleitet -
es bleibt - wie fort die Zeit auch schreitet.


09.05.16 - Herzfrei? Bloß nicht!

Das Herz ist nicht nur ein Muskel, der Blut pumpt. Der Volksmund wusste (und sprach) davon, dass einem „etwas auf dem Herzen liegt“. Oder von jemand wurde gesagt „ihr Herz ist gebrochen“. Herzinfarkte und Herzanfälle gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Kein Wunder, wenn man sich die herzloser werdende Hamsterrad-Gesellschaft genauer anschaut.
In Momenten großer Klarheit, wenn Menschen über etwas ganz sicher sind und sagen: Ich weiß es einfach! Dann deuten Sie auf das Herz, nicht auf den Kopf. Und auch wenn jemand schwört: Ich sage die Wahrheit! (Was nicht heißt, dass er es tut – schwören kann man viel, wenn der Tag lang ist) so legt derjenige die Hand auf’s…… Herz…..
Wir fassen uns ein Herz…. Nehmen das Herz in die Hand…… sind im Herzen erfüllt….In Amerika gibt es das Institute for HeartMath (also ein Institut der Herzmathematik). https://www.heartmath.org/ Dieses hat zum Beispiel herausgefunden, dass das Herz das stärkste elektromagnetische Feld im ganzen Körper errichtet.
Mehr Nervenzellen wandern vom Herzen zum Hirn als umgekehrt. Das Herz ist intelligent. Wenn wir etwas wirklich tief in unserem Inneren wissen, dann wissen wir es im Herzen – nicht im Kopf. Im Kopf sind die Pläne, Strukturen, Einteilungen etc., die wir vornehmen. Die auch ihren Platz haben, aber: Das Herz ist der entscheidende Faktor. Nicht das Hirn. Oder zumindest nicht alleine.
Wenn Du mal wieder eine wichtige Entscheidung zu treffen hast – frage Dich einfach: Wie würde mein Herz entscheiden? Was würde mein Herz sagen? Und dann lausche in Dich hinein. (Es wird dann keine tiefe Bassstimme ertönen, die Dir ins Ohr brüllt: Du sollst folgendes tun!... :-) Aber es wird sich diese leise Stimme Deines Herzens melden – und je öfter Du es tust, desto deutlicher).
Was uns aus dem Herzen und dem liebevollen Achtsamsein hinausbringt, sind Stress, Hektik und all unsere Ego-Wünsche. Ich will dies, ich brauch das, gib mir dies, gib mir das. Wenn wir ganz im Herzen sind, wollen wir nichts für uns. Dann sind wir einfach. Und es ist leider wahr, dass wir in Zeiten leben, die das „ICH-ICH-ICH“ zu stark betonen.
(Und wir haben nebenbei noch gar nichts gesehen – wir sind immer noch in der Anfangsphase einer sehr langen und sehr unschönen Entwicklung). Aber es liegt an und in uns, sich anders zu entscheiden. Nicht herzfrei zu agieren, sondern aus dem Herzen. Eine Superübung ist wie gesagt, sein Herz ganz direkt zu befragen (am Besten in einem ruhigen Moment).
Und ansonsten Dinge zu tun, die das Herz erfüllen. Yoga. Meditation. Geben. Schenken. Da sein. Lachen. Alles, was Dich und andere glücklich macht. Das wär’s schon. Viel Spaß.


02.05.16 - Lebenssinn oder Lebenskampf

Du kannst das Folgende als Übung nutzen: Wenn man es Dich mal wieder beutelt – das Leben, Dein Chef, der Stress mit den Kollegen, keine Zeit, jemand hat mich verlassen, alles mies, ich bin krank, ich leide etc. – stelle Dir mal vor, DU hättest noch einen Tag zu leben. Nur EINEN Tag!
Was würdest Du an diesem Tag tun? Wem würdest Du was sagen, was geben? Und aus welcher Haltung tätest Du es? Wenn Du wüsstest – gut, ich muss morgen gehen. Meine Zeit ist um. Was würdest Du aus Liebe tun oder sagen? Und was aus Ärger?
Wie viel Ärger wäre dann überhaupt noch da? Es kann ein gutes Mittel sein, um Deinen Ärger an die rechte Stelle zu setzen. Soviel von dem Ärger und Stress, dem wir heute ausgesetzt sind, relativiert sich, wenn wir ihn von einer anderen Warte betrachten.
Und von der Warte dessen oder derjenigen, der oder die weiß, dass es bald zu Ende ist, werden manche scheinbar großen Dramen auf einmal klein. Nutze also ruhig diese gute Methode, wenn Du mal wieder kämpfst und haderst.
Es ist auch nicht schlimm, wenn wir das tun. Nur sollten wir nicht zulange dort verharren. Der Lebenskampf wird leichter, je mehr Lebenssinn wir haben. Und wir alle haben mehr als genug Liebe in uns, um das zu leben, was durch uns gelebt werden will.
Die Allerreichsten sind oft die Allerärmsten, denn sie sind die Lieblosesten. (Was nun nicht heißt, dass wir es aus lauter Mitleid gegenüber den Reichen zulassen sollten, dass diese uns alle verarmen lassen, was gerade geschieht, s. z.B. TTIP - doch dies ist ein anderes Thema).
Kurz: Beschäftige Dich ruhig mal mit Deinem Lebenssinn. Je mehr Sinn, desto weniger Kampf. Und auch mit der Liebe – nicht mit der fordernden, verlangenden: Gib mir dies, dann kriegst Du das. Machst Du dieses, hab ich Dich lieb. Etc.
Sondern mit der echten – das ist die umfassende, gebende, helfende und heilende. Die auch jeder in sich trägt. Um der gewahr zu sein, ist der Ausgleich so wichtig. Also geh ruhig in den Wald, mach Dein Yoga oder sonst was, meditiere oder musiziere und freue Dich einfach. Freue Dich an der Welt und dem Leben.
Schattentage werden kommen, aber sie können überwunden werden. Und sie gehören auch dazu – zur Entwicklung dazu. Wie sagte ein großer, unlängst verstorbener Künstler (ein „Prince“ seiner Kunst)? „You have to live a life to understand it. Tourists just pass through.“ (Du musst das Leben leben, um es zu verstehen. Touristen laufen daran vorbei.)
Ich wünsche Dir ein schönes Leben – und ein tiefes Verstehen!


26.04.16 - Wir sind die Roboter

Die Zeit der Smombies hat kaum begonnen, da läuft sie bald schon wieder ab (für die Nicht-Cognoscenti: Smombies sind Smartphone-Zombies). Diese Kreaturen sieht man sich tatsächlich in unserm Land stark vermehren. Man erkennt sie unter anderem an dem beständig auf das Smartphone gesenkten Blick.
Nun ist man um Lösungen hierzulande zwar nicht verlegen (die Stadt Augsburg führt gerade Ampel-Signale für nach-unten-Starrer, sprich: Smombies, ein - http://futurezone.at/digital-life/augsburg-fuehrt-bodenampeln-fuer-smartphone-starrer-ein/194.287.866 ), aber das müsste man eigentlich gar nicht.

Die Smombies werden nämlich schon bald durch die nächste Horrorgattung abgelöst werden: Die Vrombies. Das sind die Virtual Reality Zombies. Die sind bisher nur ein kleiner Haufen, werden aber bald explosiv anwachsen. Wie ein Vrombie sich verhält, kann man zum Beispiel hier sehen: https://www.youtube.com/watch?v=REUeMxIWvb8
Ja, es scheint so, dass der Kontakt mit der Wirklichkeit immer unpopulärer wird…. Leider werden sowohl Smombies als auch Vrombies nur Zwischenstufen in der Entwicklung der Menschheit sein, da Gattungen, die den Kontakt mit der Wirklichkeit scheuen, die Eigenart haben, auszusterben.
Was (den Kontakt mit der Wirklichkeit scheuen) bei beiden Arten der Fall ist (in unterschiedlichem Maße). Denn Wirklichkeit: Das heißt auch, mit den eigenen Gefühlen umzugehen lernen. Das geht nur im Kontakt mit anderen und der anschließenden Reflektion. Beides ist bei Smombies und Vrombies tendenziell unterentwickelt bzw. in Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten.

Daher wird es darauf hinauslaufen, dass Gefühle und der Umgang mit ihnen bei vielen Menschen immer schwieriger werden. Die verschiedenen Zombies werden das Bedürfnis verspüren, gewisse Gefühle lieber abzuschalten. Was auch technisch möglich gemacht werden wird (Happy Pills wie Prozac sind heute – künftig wird man im Gehirn Veränderungen vornehmen können).
Wer nun glaubt, dass dies Zukunftsmusik sei, ist schief gewickelt. Schon jetzt werden bei Menschen Hirnareale stimuliert, um bestimmte Emotionen hervorzurufen. Das könnte zukünftig zum Standard werden. Mies drauf? Nein, nimm nicht die Happy Pill! Lass Dein Gehirn neu verdrahten! So besser? Viel besser, danke…..

Was dabei auf der Strecke bleibt, ist das Leben. Das kann unangenehm sein, grausam sogar, unschön und stürmisch. Es kann hoffnungslos erscheinen, hart und ungerecht. Es kann auch sanft sein, schön und stark. Und es kann von Liebe und Freude geprägt sein – die AUS UNS kommen! Und da liegt das Karnickel im Salz oder der Hase im Pfeffer.
Die Versuchung mag groß sein, gewisse Gefühle wegmachen zu lassen. Ich will so nicht fühlen – es tut so weh. Der Weg aus diesen Gefühlen heraus ist auch nicht immer leicht. Er ist steinig. Manchmal hart. Er kann Dich zwingen, unangenehme Wahrheiten über Dich selbst zu entdecken.

Aber es ist der Weg. Der Weg zur Freiheit. Gefühle wegzusperren, wegzupillen oder wegzuschalten, wie man es uns zunehmend anbieten wird, ist der Weg in die Sklaverei. In die Orwell-Huxley-Welt von morgen. Und morgen ist nur einen Tag entfernt – es kommt also schneller, als wir denken.
Entscheide Dich bitte nicht für die Sklaverei – es ist nicht schön, Sklave zu sein. Entscheide Dich doch bitte für die Freiheit. Die ist schöner. Wir kriegen sie nur nicht geschenkt oder zum Nulltarif – wir müssen sie uns erarbeiten und erkämpfen. Und das betrifft auch unsere Gefühle.

Die Kraft dazu hast Du aber. Sonst würdest DU nicht diese Zeilen lesen. Also versuche es doch mal. Entscheide Dich gegen eine verringerte Konzentrationsfähigkeit (Smombies liegen mittlerweile bei acht sec, was der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs entspricht – bis zur Amöbe ist also noch etwas Raum). Entscheide Dich gegen verringerte Kommunikationsfähigkeit und Empathie und gegen größere Verwirrung und Unsicherheitsempfinden.
Wie? Ganz einfach: Geh in den Wald und nicht ins Netz. Triff Dich mit realen Freunden und sprich mit ihnen. Greif nicht zu Facebook, sondern zu einem echten Buch (dieses Buch hier ist zum Beispiel ein Supertipp - https://de.wikipedia.org/wiki/Wer_die_Nachtigall_st%C3%B6rt ). Du musst Dein Smartphone auch nicht wegschmeißen. Aber es nicht immer nutzen, wenn Dir langweilig ist – DAS ist wichtig. Es nicht zur Gewohnheit werden lassen, immer drauf zu starren.

Träum lieber mal vor Dich hin. Oder mach den Smombie-Test: Ein Smombie kann sein Handy für keine zwei Tage ausgeschaltet lassen, ohne innere Unruhe zu empfinden. Kannst Du das? (Schummeln via Laptop verboten). :-)
Und vor allem: Frag immer Dein Herz, was Du tun sollst. Und verschenk Deine Liebe. Handle aus Liebe. Wo echte Liebe ist, kann keine Furcht sein.
DAS ist dann das echte, schöne, wahre und liebevolle Leben. DEIN Leben. Viel Spaß dabei!
Hier noch ein Mut machendes Video von mir (mit einer schönen Geschichte). https://www.youtube.com/watch?v=YCGOEYpqzPs


18.04.16 - Pflicht

Die Pflicht ruft! So sagt man gerne hierzulande. Pflicht ist heute als Begriff etwas altbacken – man sagt lieber zeitgeistgemäß, dass man für etwas brennen soll, Motivation und Power mitbringen muss und meint im Grunde doch dasselbe.
Pflicht war in Deutschland immer ein hochgehaltener Begriff (soziologisch betrachtet ist es sehr interessant, zu vergleichen, wie anders dieser Begriff in anderen Kulturen interpretiert wird. Reisen bildet hierbei und ich kann es jedem nur empfehlen, wenn es ihm oder ihr möglich ist).

Doch zurück zum Thema: Es gibt auch eine ganz individuelle Pflicht. Diese ergibt sich aus der Lebensaufgabe oder der Bestimmung, die nur individuell sein können. Daher gibt es keine Pflicht, die für zwei gleich ist.
Dummerweise liegen über die Pflicht all die Vorstellungen, die Menschen von Pflicht haben. Dies oder das zu sein oder dies oder das zu tun – und das als tiefe Wahrheit zu empfinden, während es tatsächlich Prägungen der Eltern sein können.
Die ganz eigene Pflicht ist einmal eine des Augenblicks: Jede Woche und jeden Tag wird das Leben oder das Schicksal Gelegenheiten bieten, seiner Pflicht zu genügen – oder eben nicht. Für den Einen kann die Pflicht darin bestehen, endlich dem Partner zu sagen: Es ist aus.
Für den anderen kann sie gerade umgedreht sein und darin bestehen, zu bleiben. Wieder für jemand anders kann sie darin bestehen, jemand anderem zu helfen. Und für wieder jemand anders kann sie darin liegen, nicht zu helfen.
Wie da das Richtige herausfinden? Es gibt zwei Helfer. Das Eine ist die Stimme des Gewissens. Diese ist für gewöhnlich negativ (d.h. sie sagt NEIN – TU das nicht!) und meldet sich bei manchen Situationen mit dem mehr oder weniger klaren Hinweis, etwas nicht zu tun.
Das andere ist eine Art von innerer Gewissheit, die umso stärker und deutlicher wird, je öfter man seiner Pflicht genügt. Diese Empfindung hängt von innerem Willen ab, das Richtige tun zu wollen (und von den Taten natürlich auch). Das tatsächlich Richtige und eben nicht das, was man kraft eigener Vorstellungen dafür hält.
Die beiden können übereinstimmen, müssen aber nicht. Ein Beispiel: Es kann jemand sehen, wie der andere sich über ein bestimmtes Verhalten zeigt, dass man an den Tag legt. Und gleichzeitig ist innen drin das Empfinden stark, welches sagt: Nein – ich muss damit aufhören. So hat man dann „zwei Seelen in seiner Brust“. (Und wer nicht weiß, aus welchem großen deutschen Werk diese Worte stammen, sollte es dringend lesen!). :-)
Wichtig ist wie erwähnt vor allem der Wille, das Rechte und Richtige tun zu wollen. Ist dieser Wille da oder wird er kräftiger, so kommt neue Stärke dazu. Diese neue Stärke hilft dann, die Situation zu bestehen. Angst und Unsicherheit können trotzdem da sein, werden aber leichter überwunden.
Ganz einfach ist das nicht immer - wird aber einfacher, je öfter man es tut. Ein Tipp: Wenn wieder mal eine wichtige Entscheidung ansteht und Du unsicher bist, was zu tun ist: Nimm Dir ein paar Minuten Zeit und bitte um innere Klarheit. Schau, ob Du den inneren Wunsch verspürst, das Richtige zu tun. Bitte um die Kraft, das Rechte und Richtige zu tun.
So werden manche Hürden leichter genommen werden können. Und das ist gut so. (Wie wenig sich viele Leute an diese einfachen Bestimmungen halten, kann man im Alltag beobachten. Die allermeisten Menschen leben ihre Vorstellungen aus, was richtig ist und nicht das, was tatsächlich richtig ist. Der Zusammenbruch vieler Illusionen wird leider in den nächsten Jahren recht unangenehm werden, ist aber als Lernprozess nötig).
Auch Auto-Suggestion ist gut, wenn sie in eingängigen Reimen geschieht. Dieser Reim mit der Bitte um Führung hat sich bewährt:

Was immer ich tue oder denke, ich bitte meine Helfer, groß und klein –
Lasst mich und meine Sinne aufrichtig und wahr, lasst es das Rechte und Richtige sein!


11.04.16 - Stille

Stille ist der Normalzustand der Welt. Stille war am Anfang und Stille wird am Ende sein. Stille ist außerdem für genuines Denken unverzichtbar. Wir brauchen Stille, um unsere Gedanken in Ruhe sammeln zu können.
Gleichzeitig sind wir leider geradezu süchtig nach Tönen und Geräuschen. Bevor ein Gespräch verstummt, gehen wir lieber auf das nächste Thema ein – bloss keine Stille! (Außer morgens und abends in der S-Bahn – da trauen wir uns nicht zu reden, ergo flüchten wir uns ins Smartphone oder in die Kopfhörer).
Stille ist wichtig! (Wer tiefer in diese Materie einsteigen will, dem sei das hervorragende, wenn auch ernüchternde Buch „Der Stille Tod“ des deutschen, unter einem Pseudonym schreibenden, Mediziners Rigo Baladur ans Herz gelegt).
Stille ist enorm wichtig, um einmal zur Ruhe und dann bei Dir selbst anzukommen. All Deine Antreiber (bei anderen würdest Du sie vielleicht Sklaventreiber nennen, aber bei Dir?) wollen vermeiden, dass Du in die Stille gehst.
Daher tönen und lärmen und kreischen und schreien sie, wenn Du auf einmal doch der Stille näher kommst. Nein! Bloss keine Stille! Warum haben all Deine Dämonen und Ängste Furcht vor der Stille? Weil in der Stille die Selbsterkenntnis kommen kann.
Und die weist den Dämonen den rechten Platz zu. Im Abfall.
Versuche es doch einmal – geh bewusst in die Stille und verzichte für zwei Stunden auf Lärm, Smartphone, Ablenkungen, Gespräche – tauche einfach mal in die Stille ein. Und schau, was Du dort entdeckst……
Eine kleine Übung zur Hilfe (die sich auch in dem interessanten Buch von Paolo Coelho über den Jakobsweg findet):
Setze Dich an einen Ort in der Natur (möglichst ohne oder weitgehend ohne künstlichen Lärm). Schließe dort die Augen. Lausche auf die Geräusche um Dich herum. Lass den Atem ruhig fließen. Entspanne Dich.
Lausche einfach auf alle Geräusche. Versuche, sie zu unterteilen und gleichzeitig wahrzunehmen (das Rauschen des Baches, das Summen der Bienen, Vogelschrei und Baumgeflüster….). Lass Gedanken vorüber ziehen.
Mache das für fünf oder besser zehn Minuten. Nicht anstrengend konzentriert, aber entspannt konzentriert. Und dann beobachte, wie DU Dich danach fühlst. Ich garantiere Dir – es wird sich etwas verändert haben. :-)
Oder etwas blumiger:
Staub und Stille werden am Ende siegen.
Staub und Stille werden jeden kriegen.
Egal wie stark Dein Wille- am Ende siegt die Stille.
Egal wie groß der Raub – am Ende siegt der Staub.
Also dreh es doch mal um – halt ein und lausch auf’s Laub.
Raub Dir nicht noch mehr Zeit, sondern mach Dich aus dem Staub. J
Und für das Große, die Stille- da brauchst Du keine Pille….
Die Stille ist das größte Geschenk – sie lädt Dich ein
mal ganz bei Dir – und eben still zu sein…..
Die Türwächter der Stille – Deine Ängste und Dämonen,
(die schon ewig lang auf der Schwelle dort wohnen),
sie können zwar bellen und geifern und drohn,
doch Dich wirklich aufhalten – das können sie nicht –
und trittst Du über die Schwelle, so trittst Du in Licht,
in die Stille - und setzt Dich auf Deinen rechtmäßigen Thron.
Dort bist DU König (oder Königin) – dort erfüllt sich alles, alles mit Sinn,
dort sind Liebe und Kraft und Mut und Vertrauen –
und von dort wirst Du neu – gestärkt und gekräftigt,
klug und auch mächtig –
auf Dich und Dein Leben schauen.


21.03.16 - Deine Angst - Gegner oder Freund?

Vielleicht hast schon mal ganz stark vor etwas Angst gehabt und Dich (oder die Angst) weit weg gewünscht? Hattest schwitzige Hände, flachen Atem, Angstschweiß auf der Stirn, einen Kloß im Hals etc. Falls dies so war: Willkommen im Club der Angsthasen! Eine weltweit operierende Institution. :-)
Und das Tolle: Keine Mitgliedschaftsbeiträge! Alles bekommst Du kostenfrei – jedes Angstgefühl und jede Furcht. Doof nur, dass Austritte aus diesem Club nur selten sind….. Woran liegt das? Lassen wir die Scherze mal beiseite:
Angst hat jeder und jede zu unterschiedlichen Anteilen in sich. Meist sind es die Prägungen der Eltern, die bei der Rangfolge der Ängste eine Rolle spielen. Die Form, die die Angst annimmt, ist dann individuell.
Das Problem beginnt dann größer zu werden, wenn wir die Angst als Feind, Gegner, Strafe etc. beginnen, anzusehen. Dann kämpfen wir gegen sie – unterdrücken, schreien sie an – oder wir flüchten vor ihr (in Betriebsamkeit, Ablenkungen) oder wir negieren sie (das Thema könnte mir Angst machen? Na, dann schaue ich da nicht hin). Etc.
Das Folgende ist wichtig: Jeder von uns hat nur so viel Angst, wie er Kraft hat, um sie zu überwinden! Denn die Angst WILL überwunden, erlöst, integriert werden – nur dann kann sie sich auflösen. Und eigentlich ist die Angst sogar Dein Freund.
Denn sie zeigt Dir auf, wo Du hinschauen sollst. Sie weist auf ein Thema hin, dass Du mit DIR ausmachen solltest. Und Du hast alle Kraft, um die Angst zu überwinden. Sie macht sich gerne groß (die Angst) und gibt dann mit ihrer Größe an.
Aber eigentlich ist sie klein und nur ein Schatten. Vor echter Liebe und echtem Verständnis muss die Angst weichen. Wenn Du Dir liebevoll begegnen kannst – wenn DIR jemand liebevoll begegnet, ob nun Arzt oder Lehrer oder Helfer oder Freund – so kannst Du die Angst nach und nach überwinden.
Sie auflösen. Dann ist neue Stärke da, dann ist neuer Mut da. Bis nur nächsten Angst. :-) Die Du dann auch wieder überwinden kannst. Und ich weiß und kann Dir aus meinen Erfahrungen mit der Angst heraus sagen: Es geht tatsächlich! Sie ist nur ein Schatten über Deinem eigentlichen Wesen.
Und das ist so stark, so liebevoll, so gut! DAS ist das fehlende Teil im universellen Konzert. Möchtest Du denn nicht Deinen Part im großen Orchester spielen? Die Welt wartet wirklich darauf, dass DU Dich in ihr zeigst – mit all Deiner Kraft, Deinen Talenten, Deiner Schönheit und Deiner Intelligenz.
Denn auf die Art, wie DU diese Gaben in Dir hast und ausdrücken kannst, bist DU einzigartig! Und das lebe und liebe aus – DAS macht die Welt schöner und bunter und lebenswerter!
Hier noch ein kleines Filmchen zu Angst, Sicherheit, Irresein und was DU da noch tun kannst!
https://www.youtube.com/watch?v=MYf5nzGCAt4


15.03.16 - Wo kommt die Kraft denn her?

„Von woanders kommt die Kraft…“ (Francois Villon).
Ja, woher kommt sie bloß? Die Kraft? Warum strotzen manche davor (oder so scheint es) und andere zockeln so durch’s Leben… Kraft? Nicht jetzt bitte – muss arbeiten! Hab‘ keine Zeit…..
Kraft kommt (vornehmlich) aus drei Dingen: Aus der Überwindung von Widerständen! Uns das zu lehren herrscht
heute kein Mangel. Streng Dich an! Du musst Dich anstrengen! Na los! Mach! Etc.
Ist auch nicht falsch – wie gesagt kommt die Kraft daher, dass wir Widerstände überwinden.
(Wie sinnvoll es ist, dass wir gerade diese Widerstände überwinden, die wir gerade überwinden – ah, das ist eine andere Frage).
Außerdem kommt Kraft natürlich aus der Ruhe. Jahrhundertealt ist das Streben nach der Ruhe in unserem Land.
Endlich Ausruhen! Endlich Ruhe! Ach! Nur noch zwei Jahre bis zur Rente – dann kann ich mich ausruhen……
(Ausruhen von was? Von dem, was Dir entspricht? Auch da könnte man hinschauen).
Die dritte Art ist eher unbekannt: Kraft kommt aus der HINGABE! Dem Hingeben an den Moment –
an die jeweilige Situation, wie immer sie auch beschaffen sein mag. Und das kann man trainieren.
So wie auch die sieben anderen Wege zu mehr Kraft, die im Workshop die Hauptrolle spielen.
Eine simple und dabei hocheffektive Methode möchte ich aber gerne hier verraten:
Ich nenne sie die „Jesuiten-Methode“, denn ein alter Jesuitenpater hat sie mich mal gelehrt.
Sie ist sehr einfach: Nimm Dir für jede Woche vor, dass Du Dich dreimal (wenn Du es nicht zu schnell angehen
willst) bis siebenmal (maximal) einer kleinen Angst stellst. Ganz bewusst.
Wenn Du Scheu hast, jemanden anzusprechen, tu es. Wenn Du immer denselben Weg zur Arbeit nimmst,
nimm einen anderen. Tu etwas, was Du Dich sonst nicht traust – egal wo, egal was. Nutze eine Situation, in der Du merkst,
dass Du Scheu oder Angst oder Unsicherheit empfindest und dann tue etwas anderes! Weiche nicht aus, sondern stelle Dich der Angst.
Gib dem Bettler etwas Geld. Frag nach dem Weg. Sage Nein, wo Du sonst Ja sagst. Sei konsequent, wo Du sonst inkonsequent bist. Usw.
DAS gibt Dir mehr Kraft! Garantiert!
Als I-Tüpfelchen kannst Du es auch noch aufschreiben. Das macht die Erfahrung noch stärker.


08.03.16 - Zur Sicherheit

Sicherheit…. Was ist Sicherheit? „Sicherheit bezeichnet einen Zustand, der frei von unvertretbaren Risiken ist oder als
gefahrenfrei angesehen wird“. (Wikipedia). Demnach wäre ein Zustand ohne jedes äußere Risiko oder Gefahr, der
allersicherste. ABER: Würde man sich dann auch sicher fühlen? Würdest DU Dich sicherer fühlen?
Was technische Sicherheits-Standards angeht, sind wir so sicher wie noch keine Gesellschaft in der Geschichte der Menschheit!
Wir haben Normen, Standards, Vorschriften und nochmal Vorschriften. Wir werden gefilmt, geimpft, aufgenommen, tragen Helme beim Fahrrad-
fahren, sind dauererreichbar und immer aufspürbar.
Aber FÜHLEN wir uns mit dem all dem Spokes denn sicherer?
Wenn der technische Status und die Anzahl an Regeln dem Sicherheitsempfinden gleich wären, müssten wir die sichersten (und glücklichsten)
Menschen auf der Welt sein! Und tatsächlich kommen Millionen hierher – um die staatliche, rechtliche, gesellschaftliche Sicherheit hier
genießen zu können.
Aber als Mensch – als Individuum – sind die meisten Personen bei uns nicht sicherer geworden. Im Gegenteil! Die Angst feiert überall fröhliche Urständ‘.
Und das ist traurig – denn eigentlich sind wir sicher! So sicher wie noch nie in unserer Geschichte.
Aber gleichzeitig herrscht überall die Angst und die Unsicherheit.
Man kann es an kleinen Signalen beobachten. Kinder auf Bäumen? Zu unsicher. Kinder alleine zur Schule? Zu unsicher.
Fremde Menschen, die Einen ansprechen? Unsicher. Fremde Situationen? Unsicher. Usw.
Es ist SO SEHR notwendig, die SICHERHEIT in sich entwickeln zu können!
Denn Sicherheit kommt aus dem Inneren – unabhängig von äußeren Umständen.
Und das kann jeder! Jeder und Jede!
Die nächsten Jahre werden tatsächlich unsichere Dinge mit sich führen. Ihnen dann als sicherer, als SELBST-sicherer Mensch (und nicht mit einer
Pseudo-Sicherheit hinter einer Maske) begegnen zu können – auch darum geht es……..
Es gibt Regeln, die Sicherheit geben. Diese Regeln kann man lernen.
In meinen Angeboten werden sie künftig im Vordergrund stehen.
Denn nochmal: Die Welt wird tatsächlich unsicherer werden – das ist auch nicht mehr aufzuhalten.
Aber IN UNS – da ist genügend Sicherheit, um alles zu überstehen.
Sogar gut zu überstehen.
Daher ist meine große Bitte an Dich: Finde Deinen Meister/Deine Meisterin in Dir selbst – er/sie ist in Dir!


29.02.16 - Neues Glück

Wenn die Winterkälte weicht und die Frühlingswinde wehen,
kannst Du wieder (und ganz leicht) in die helle Ferne sehen…..
Sterngeflimmer – Wiesenweite – Wald, der duftet, lockt und rauscht……
In die Enge? In die Weite! Zieht’s Dein Herz, das klopft und lauscht…..
Lauscht auf Töne, neue Stimmen, neues Glück und neuen Mut!
Kannst Du Dich auf DICH besinnen, wird am Ende alles gut.
Jeder Hügel, jeder Gipfel, aller Anstieg sind notwendig,
Dich zu formen, Dich zu stärken, immer wieder und beständig.
Wenn der Frühling wieder einzieht, liegt’s an Dir – es NEU zu machen!
Neu zu lieben, neu zu hoffen, neu zu schöpfen und zu lachen!
Werkzeuge sind Dir gegeben, Hinweise sind immer da.
Dieses, Deins, das schöne Leben – möglich ist’s - und wunderbar. :-)


22.02.16 - Die Königswege

Wenn Du wissen willst, wie Du ein schöneres, sicheres und glücklicheres Leben führen kannst, so kannst Du in der Zukunft einfach die beiden goldenen Grundsätze, die ich Dir hier verrate, in Dein Leben integrieren.
Sie sind die Königswege – der Schlüssel und der schnellste Weg der Entwicklung. Alle Religionen und alle religiösen Bestimmungen fußen auf ihnen und sind nur Ableitungen oder Interpretationen. Aber wenn man alle Gebote aus Koran, Bibel, Bhagavad Gita etc. zurückverfolgt, landet man bei diesen beiden Geboten, die nur zusammen ihre starke Kraft entfalten! Sie lauten:
a) Strebe nach dem Rechten und Richtigen!
b) Strebe nach der Wahrheit!
Wer diese beiden Prinzipien verinnerlicht, macht sich unabhängig von Alter, Religion, Glauben oder keinem Glauben, auf den Weg. )Warum sich auf dem Weg trotzdem viele verlaufen, liegt an zwei ganz simplen Gründen):
Zum Einen denken viele nur, sie täten das Richtige - und tun faktisch das Falsche. Der Islamist denkt, es ist richtig, Ungläubigen den Kopf abzuschneiden. Der Neonazi denkt, es ist richtig, Flüchtlingsheime anzuzünden. Der Gutmensch denkt, es ist richtig, keine Obergrenze bei Flüchtlingen anzusetzen. Alle denken, sie täten das Richtige, tun es aber nicht.
Wie also das Richtige erkennen? Indem man die Wahrheit wissen will – auch, wenn sie den eigenen Vorstellungen zuwider läuft. Denn eigentlich haben alle Menschen die Fähigkeit, das Richtige und die Wahrheit zu erkennen. Zum einen haben sie in sich die Stimme des Gewissens, die immer wieder ganz klar sagt: Nein! Tu das nicht!
Ich habe mal ein Interview mit einem Mörder gesehen, der sagte, dass er vor seinem ersten Mord so aufgeregt gewesen sei – er habe sich übergeben, Fieber bekommen, Alpträume etc. Nachdem er aber ein paar Mal gemordet hatte, habe es ihm nichts mehr ausgemacht. Sein Gesicht sah kalt und leblos aus.
Das ist also das Eine – auf die Stimme des Gewissens hören – das ist wirklich enorm wichtig! Das Andere ist, bereit zu sein, eigene Vorstellungen über Bord gehen zu lassen.
Heute gehen wir leider oft genau den umgekehrten Weg: Lassen nur Dinge an uns heran, die uns gut fühlen lassen oder unsere eigene Meinung bestätigen. Das ist natürlich menschlich – aber dann passiert das, was man kognitive Dissonanz nennt.
Man sieht die Dinge nicht mehr klar (und nimmt es leider auch meist nicht wahr, dass man die Dinge nicht mehr klar sieht). Wer aber wirklich Wahrheit über sich und anderes erfahren will – der wird sie auch finden. Und die Wahrheit macht uns dann tatsächlich frei – und stärkt das Empfinden für das Rechte und Richtige.
Das ist der Königsweg zum erfüllten Leben – denn auf diesem Weg kommen dann (fast wie von selbst) die Wunder und schönen Erlebnisse. Wohl auch die Anstrengungen und die Dinge, die man nicht so gerne hat- aber sie sind notwendig auf dem Weg zur Heilung und zur Erkenntnis.
Nebenbei: Man muss nun nicht alles durchforsten und sein Leben komplett der Wahrheit widmen und alles aufgeben (Papa! Mama! Ich gehe nach Indien und werde Bettelmönch! Lebt wohl!). :-) Das muss nicht sein. Aber Du kannst Dich ja mal fragen: Möchte ich die Wahrheit – wirklich die Wahrheit über mich und mein Leben erfahren? Stell Dir einfach mal ehrlich diese Frage.
Und auch wenn Du Dir nicht ganz sicher bist: Integriere ein Hilfsmittel auf dem Weg! Tue bewusst etwas Gutes – schenk Deinem Nachbarn etwas, lass etwas Geld an einer Stelle liegen, wo es jemand finden kann, mach was, was einen anderen Menschen erfreut! Schon bist Du dem Rechten und Richtigen wieder näher!
Und es gibt Kraft, wenn Du das Rechte und Richtige tun willst – es gibt Dir richtig Kraft! In Momenten, wo Du die Kraft brauchst!
Oder benutze eine Affirmation: Sage Dir morgens nach dem Aufstehen und bevor Du Dich um die Kinder kümmern musst: Ich will das Rechte und Richtige tun! Oder: Ich integriere die Wahrheit in mein Leben und lebe es wahrhaftig und frei! So viele Möglichkeiten…..
Das Schöne: Erkenntnis muss gar nicht immer hart sein – im Gegenteil kann sie mit Freude und Leichtigkeit, mit Lebendigkeit und Liebe verbunden sein!


15.02.16 - Blumen des Schönen

Jeder von uns pflanzt jeden Tag neue Blumen in Form seiner Gedanken. Unsere Gedanken sind Energie, die den Raum um uns herum ausfüllt. So gesehen sind wir unser eigener Gärtner – Tag für Tag. :-) Welche Pflege lassen wir unseren Blumen zukommen?
Denn auch Blumen brauchen ja Pflege bzw. die richtigen Bedingungen, um zu gedeihen. Auf einem Feld, auf welches dauernd Hagel (Drama, Depression etc.) fällt, können keine schönen Blumen gedeihen. Hin und wieder Hagel ist nicht schlimm – aber dauernd?
Wir können die Sonne auf unser Feld scheinen lassen oder es regnen lassen – das liegt an uns. Wir sind der Wettermacher. Der richtige Wechsel aus Sonne und Regen lässt die Blumen wachsen.
Und das ist das wesentliche: Dass wir den Samen des Neuen in die Welt bringen! Neue Liebe, neues Verständnis, neues Vertrauen. So dass daraus neue und vor allem starke Pflanzen wachsen können.
Denn das, was auf dieser Welt wächst, soll zusammengeschnitten, beschnitten, verkürzt werden. Das ist nicht gut. Indes wohl als Entwicklung notwendig, um zu erkennen, dass es so nicht gut ist. Je größer oder länger der Irrweg, desto anstrengender wird die Umkehr sein.
Die Werkzeuge und Methoden, um weiterhin schöne und starke Blumen zu pflanzen, werden an dieser Stelle künftig im Mittelpunkt stehen. So dass weiterhin guter Samen verteilt werden kann, auch wenn um uns alles enger wird.
Denn das ist die Richtung: in die Enge – oder scheinbar in die Enge. Dort kann man darauf achten, den Geist in die Weite zu richten. Den Geist der Weite am Leben zu erhalten. Das ist der Weg - und es ist ein guter Weg.
Die Strukturen werden wie gesagt immer enger werden, aber damit auch potenziell immer leichter lösbar. Wer sich unter „Enge“ nichts vorstellen kann, kann diesen kurzen Film über Kinder und Erziehung in den USA schauen: http://mediathek.daserste.de/Weltspiegel/Weltspiegel-Reportage-Amerikas-Eltern-i/Das-Erste/Video?documentId=33207508&topRessort&bcastId=329478
Eltern, die ihre Kinder nicht mehr draußen alleine spielen lassen, die ihre Kinder per App überwachen und die Handys auch, besorgte Bürger, die alleine draußen spielende Kinder der Polizei melden etc.
Was uns komisch vorkommen mag, kommt auch noch hierher: Die ersten Anzeichen sind schon da (Schulweg nicht mehr alleine, Kinder klettern nicht mehr auf Bäume – zu gefährlich etc.) und diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken.
Und auch an fast allen anderen Stellen der Gesellschaft wird es darum gehen, es immer enger, gepresster und ängstlicher zu machen. Da bewusst zu bleiben, wird nicht immer einfach sein – aber es ist möglich. Und damit auch, ein schönes, angstfreies und erfülltes Leben zu leben.


18.01.16 - Aus Zwei mach Eins

Wenn Du wissen willst, wie Du ein schöneres, sicheres und glücklicheres Leben führen kannst, so kannst Du in der Zukunft einfach die beiden goldenen Grundsätze, die ich Dir hier verrate, in Dein Leben integrieren.
Sie sind die Königswege – der Schlüssel und der schnellste Weg der Entwicklung. Alle Religionen und alle religiösen Bestimmungen fußen auf ihnen und sind nur Ableitungen oder Interpretationen. Aber wenn man alle Gebote aus Koran, Bibel, Bhagavad Gita etc. zurückverfolgt, landet man bei diesen beiden Geboten, die nur zusammen ihre starke Kraft entfalten! Sie lauten:
a) Strebe nach dem Rechten und Richtigen!
b) Strebe nach der Wahrheit!
Wer diese beiden Prinzipien verinnerlicht, macht sich unabhängig von Alter, Religion, Glauben oder keinem Glauben, auf den Weg. )Warum sich auf dem Weg trotzdem viele verlaufen, liegt an zwei ganz simplen Gründen):
Zum Einen denken viele nur, sie täten das Richtige - und tun faktisch das Falsche. Der Islamist denkt, es ist richtig, Ungläubigen den Kopf abzuschneiden. Der Neonazi denkt, es ist richtig, Flüchtlingsheime anzuzünden. Der Gutmensch denkt, es ist richtig, keine Obergrenze bei Flüchtlingen anzusetzen. Alle denken, sie täten das Richtige, tun es aber nicht.
Wie also das Richtige erkennen? Indem man die Wahrheit wissen will – auch, wenn sie den eigenen Vorstellungen zuwider läuft. Denn eigentlich haben alle Menschen die Fähigkeit, das Richtige und die Wahrheit zu erkennen. Zum einen haben sie in sich die Stimme des Gewissens, die immer wieder ganz klar sagt: Nein! Tu das nicht!
Ich habe mal ein Interview mit einem Mörder gesehen, der sagte, dass er vor seinem ersten Mord so aufgeregt gewesen sei – er habe sich übergeben, Fieber bekommen, Alpträume etc. Nachdem er aber ein paar Mal gemordet hatte, habe es ihm nichts mehr ausgemacht. Sein Gesicht sah kalt und leblos aus.
Das ist also das Eine – auf die Stimme des Gewissens hören – das ist wirklich enorm wichtig! Das Andere ist, bereit zu sein, eigene Vorstellungen über Bord gehen zu lassen.
Heute gehen wir leider oft genau den umgekehrten Weg: Lassen nur Dinge an uns heran, die uns gut fühlen lassen oder unsere eigene Meinung bestätigen. Das ist natürlich menschlich – aber dann passiert das, was man kognitive Dissonanz nennt.
Man sieht die Dinge nicht mehr klar (und nimmt es leider auch meist nicht wahr, dass man die Dinge nicht mehr klar sieht). Wer aber wirklich Wahrheit über sich und anderes erfahren will – der wird sie auch finden. Und die Wahrheit macht uns dann tatsächlich frei – und stärkt das Empfinden für das Rechte und Richtige.
Das ist der Königsweg zum erfüllten Leben – denn auf diesem Weg kommen dann (fast wie von selbst) die Wunder und schönen Erlebnisse. Wohl auch die Anstrengungen und die Dinge, die man nicht so gerne hat- aber sie sind notwendig auf dem Weg zur Heilung und zur Erkenntnis.
Nebenbei: Man muss nun nicht alles durchforsten und sein Leben komplett der Wahrheit widmen und alles aufgeben (Papa! Mama! Ich gehe nach Indien und werde Bettelmönch! Lebt wohl!). :-) Das muss nicht sein. Aber Du kannst Dich ja mal fragen: Möchte ich die Wahrheit – wirklich die Wahrheit über mich und mein Leben erfahren? Stell Dir einfach mal ehrlich diese Frage.
Und auch wenn Du Dir nicht ganz sicher bist: Integriere ein Hilfsmittel auf dem Weg! Tue bewusst etwas Gutes – schenk Deinem Nachbarn etwas, lass etwas Geld an einer Stelle liegen, wo es jemand finden kann, mach was, was einen anderen Menschen erfreut! Schon bist Du dem Rechten und Richtigen wieder näher!
Und es gibt Kraft, wenn Du das Rechte und Richtige tun willst – es gibt Dir richtig Kraft! In Momenten, wo Du die Kraft brauchst!
Oder benutze eine Affirmation: Sage Dir morgens nach dem Aufstehen und bevor Du Dich um die Kinder kümmern musst: Ich will das Rechte und Richtige tun! Oder: Ich integriere die Wahrheit in mein Leben und lebe es wahrhaftig und frei! So viele Möglichkeiten…..
Das Schöne: Erkenntnis muss gar nicht immer hart sein – im Gegenteil kann sie mit Freude und Leichtigkeit, mit Lebendigkeit und Liebe verbunden sein!


14.12.15 - Rückblick und Ausblick

Auch wenn es sich noch gar nicht so anfühlen mag: Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu, Weihnachten rückt näher (übrigens das Fest des Christkinds in Deutschland und nicht des Coca-Cola-Weihnachtsmannes) und das neue Jahr wirft seinen Schatten voraus. Zeit, sich (soweit möglich) einer kurzen Besinnung hinzugeben: Was hat 2015 geprägt? Was ist für 2016 zu erwarten? Was sind meine Pläne, Hoffnungen und Wünsche für das neue Jahr?
Gesellschaftlich gesehen hat 2015 Probleme stärker in den Fokus rücken lassen, die uns 2014 noch weit weg schienen. Die Flüchtlingswelle an erster Stelle haben sich auch kriegerische Auseinandersetzungen fortgesetzt (vor allem im Nahen Osten) oder sind scheinbar eingeschlafen (Ukraine), Terroranschläge und Flugzeugabstürze haben hier und da die Menschen verängstigt.
Weitgehend unbemerkt künden sich weitere unschöne Dinge an: TTIP dürfte irgendwann beschlossen werden, ein Ende oder auch nur eine Einigung in der Flüchtlingsfrage scheint nicht in Sicht und im Versuchslabor für Sparmaßnahmen in Griechenland zieht man die Daumenschrauben an (dort sollen Renten künftig unter Berücksichtigung der eigenen Vermögensverhältnisse ausgezahlt werden, die Bürger müssen ihre Schmuck- und Bargeldbestände oberhalb gewisser Grenzwerte offenlegen und die Bankschließfächer sollen zur Einsicht des Staates geöffnet werden).
Kurz: 2016 wird nahtlos an diese und weitere Entwicklungen anknüpfen und somit zum Jahr der Verdichtung werden. Der Verdichtung poltischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen, die in ihrer Gesamtheit ungut sind.
Terroranschläge dürften irgendwann auch bei uns passieren und neue und umfassendere Überwachungsmöglichkeiten des Staates schaffen. Neue Rettungsmaßnahmen auf europäischer Ebene werden den deutschen Staatshaushalt belasten. Die Kosten für die Flüchtlingskrise werden um ein Vielfaches höher werden, als ursprünglich eingeräumt und im Nahen Osten wächst die Kriegsgefahr zwischen Russland und der NATO (denn alle wesentlichen Akteure stehen sich jetzt in Syrien auf den Füßen).
Man wird weiterhin Scheinlösungen präsentieren (die Bundeswehr bombt in Syrien mit, damit die Menschen, die dort vor Bomben fliehen, sicherer leben können), Toleranz wird das Dogma werden, was aber keine Rechtspopulisten, AfD, PEGIDAs o.ä. einschließt, bunte Schlagworte von Gender, Equality etc. werden reihum gereicht und sorgen doch nicht dafür, dass die Menschen zufriedener, gelassener oder erfüllter werden.
Vielmehr werden (ob bewusst oder unbewusst) die Menschen von diesen Dingen (erfülltes Leben) weggeführt. Und da kann (für die, die das möchten) die erste Aufgabe für Einen darin liegen, sich einmal bewusst anzuschauen, wie das eigene Leben beschaffen ist.
Wie erfüllt ist mein Leben?
Wie zufrieden bin ich in meinem Leben?
Lebe ich das Leben, was ich leben will?
Die Probleme, die Sorgen, Ängste, Nöte, Blockaden, Befürchtungen, Wut und Zorn oder Traurigkeit, die u. U. das verdecken, was gelebt werden will, sind nur Schatten über dem Eigentlichen. Oder Wellen auf einem Teich. In gewisser Weise ähneln wir oft jemanden, der wie besessen seinen eigenen Teich umrührt (durch beständige Aktion) und dabei schreit: Ich sehe nicht auf den Grund! Wo ist der Grund?!
Den Grund gibt es. Und es gibt vom Grund aus den Impuls, um wieder nach oben aufzutauchen. Um sich dem Grund zu nähern ist nur etwas Mut und etwas Hingabe erforderlich. Der Rest geschieht…. nun, nicht ganz von alleine, aber scheinbar dann doch.
Und um es noch einmal zu verdeutlichen: Das Leben wird schwieriger werden und die Gesellschaft sich nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren (oder Schwierigeren) verändern. Das ist leider so und auch nicht mehr aufzuhalten. Aber es ist kein Grund, in Angst oder in Starre oder Fatalismus zu verfallen – im Gegenteil! Gerade, da es schwieriger wird, werden Lösungen an vielen Stellen (auch im ganz persönlichen Bereich) leichter fallen können.
Drei Dinge werden als Themen 2016 dabei besonders im Vordergrund stehen:
Sicherheit.
Die Wurzel der Intelligenz.
Und der Lebenskampf.
Zu allen drei Themen werde ich 2016 konkrete Angebote machen (bin kein Freund von Theorie – es muss praktisch sein und praxisbezogen dazu). Denn die neue Zeit wird eben neue Herausforderungen an uns alle stellen. Und Sicherheit sowie Stärke in sich empfinden zu können, wird immer wichtiger werden.
Auch, zu wissen, wo der wahrhaft wissende (und liebevolle) Anteil in uns ist – und diesen zu stärken. Und schlussendlich Dein Leben gut zu führen. Vielleicht kommt es Dir manchmal wie ein Kampf vor. Vielleicht manchmal sogar wie ein sinnloser Kampf. Das ist nicht schlimm, wenn die Empfindung hin und wieder so ist.
Alles, selbst die größten und unangenehmsten Dinge, hat einen Sinn für Deine Entwicklung. Alleine schon der Mut, genau hinzusehen, trägt die Lösung in sich. Und auch das wird als Problem größer werden: Dass immer weniger Menschen genau hinschauen. Dass mancher sich täuschen lässt. Dass Potenzial zum Hinschauen und zur Erkenntnis ist aber immer da.
All diese Pseudo-Lösungen und Pseudo-Parolen von heute haben nur den Sinn, die Menschen von der Erkenntnis weg zu führen, dass wir im Herzen tatsächlich alle verbunden sind. Die Lügen, die man uns dazu erzählt, verstärken nur die Trennung – lassen uns immer mehr in Gruppen und Grüppchen denken. Und die meisten dieser Gruppen gehen Holzwege entlang.
Aber in jedem Menschen ist die Gabe, den persönlichen Weg gut zu gehen, das Schicksal zu meistern und der eigenen Bestimmung zu folgen – auch (oder sollte ich sagen: Gerade) in herausfordernden Zeiten. So dass man am Ende sagen kann: Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben gehalten.
Also – auf ein fröhliches, herzerfülltes und –erfüllendes neues Jahr 2016!
https://www.youtube.com/watch?v=JyrdxftXugA


16.11.15 - Tipps zum schönen Leben

Von einem Chinesen, Lin Yutang, gibt es aus dem letzten Jahrhundert ein schönes Buch: Weisheit des lächelnden Lebens. http://www.buecher.de/shop/buecher/weisheit-des-laechelnden-lebens/lin-yutang/products_products/detail/prod_id/12503651/ In diesem hübschen Buch beschreibt der Autor, wie ganz kleine Schritte ihm und anderen dazu verhelfen, das Leben zu spüren – zu fühlen und sich am Gefühl zu erfreuen.
Eine Beschreibung ist mir noch deutlich in Erinnerung: An einer Stelle schreibt Lin Yutang, wie er morgens in einer Stadt (ich habe vergessen, welche) aufwacht – es ist kurz vor Tagesanbruch, die Stadt schläft noch, doch nach und nach beginnt sie, zu erwachen – und Lin lauscht auf diese Geräusche – den Gesang der Vögel, den ersten Straßenlärm, die ersten Menschenstimmen etc. – und ist glücklich. Glücklich, weil er dies hört.
Vielleicht hast DU auch schon mal morgens wach gelegen und Dich einfach daran erfreut, dass Du lebst? Dass Du lebst und dass es eine Welt gibt um Dich herum? Hast diese Welt gehört, ihre Geräusche, die Autos, Eisenbahn, Flugzeuge – Wald und Wind und anderes – und hast Dich daran erfreut? Es spielt keine Rolle, wie lange dieses Gefühl her ist – selbst wenn es sehr lange her zu sein scheint – es war mal da. DU warst mal da! Und Du kannst jederzeit wieder an diesen Ort zurückkehren.
Denn unsere Gefühle sind eigentlich ein Geschenk an uns selbst – nur wenn sie mit Grauschleiern von trüben Gedanken durchzogen sind oder aufgrund von Anstrengung und Belastung nur noch dumpf und stumpf scheinen, so wirken sie auf uns wie Strafen. „Warum fühle ich mich so? Ich möchte mich doch nur gut fühlen….“. Es ist möglich – auch wenn man viele Sachen zu tun hat, stark eingebunden ist. Hier also drei Tipps, um Dich im Guten zu verstärken und zu verankern:
1. Pflege die Dankbarkeit. Dankbarkeit ist ein mächtiger Schlüssel in Dein Inneres. Und diesen Schlüssel kannst Du bewußt benutzen. Führe zum Beispiel ein Dankbarkeitsbuch – schreibe auf, wofür Du dankbar bist – in diesem Schreiben wird sich etwas in Dir verändern, kannst Du wieder mit Deinem liebevollen Kern in Kontakt treten.
Manchmal scheint es, als hätten wir nichts, wofür wir dankbar sein können, doch das stimmt nicht. Bzw. nie ganz. Und jeden Tag gibt es Dinge – sie mögen noch so unscheinbar sein, aber sie sind da, erfüllen Dich, berühren Dich – ein kurzes Lachen, was Dir entgegen klingt, das Lächeln eines Kindes, das Lob eines Kollegen, der Wind in Deinem Haar – schreib’s auf, mach das jeden Tag- führ dieses Buch immer weiter und weiter. Es wird Dir helfen, zunehmend auch dankbar für Deine „schlechten“ Erfahrungen zu sein – denn im Nachhinein mögen sie sich als Segen erweisen….
Und wenn der Tag kommt, wo alles grau und düster wirkt, schau hinein – es ist dann, als ob ein Sonnenstrahl in ein abgedunkeltes Zimmer scheint – und das ist schön. Und heilend.

2. Nutze Affirmationen. Viele Affirmationen heutzutage sind allerdings Schrott. Oder besser unnütz, wenn man nicht an den Glaubenssätzen ansetzt. Ich kann noch so oft „ich bin glücklich und erfüllt“ zu mir sagen oder „Ich bin reich und zufrieden“ – wenn ich nicht an den Glaubenssätzen, die mich prägen, ansetze, werden es allenfalls Teil-Erfolge oder Teil-Reaktionen sein.
Es gibt aber Affirmationen, die man nutzen kann, da sie neutraler sind. Zum Beispiel die Affirmation: Ich bin unendliches Bewußtsein und mache eine Erfahrung. Oder: Es ist alles gut, so wie es ist. Oder: Alles kann mir dienen, dass ich daraus lerne – auch dies hier.
Man kann einfach mal probieren, welche Affirmation die stärkste Wirkung auf Einen hat. Und dann üben. Nur die Übung macht halt den Meister. Aber je öfter man es in den Alltag integriert, desto leichter wird es.

3. Geh in den Wald! Oder raus in die Natur. Alles, was uns heute von der Natur fernhält, unser durchgetaktetes, elektronisches Leben, ist im Wortsinne kein natürliches Leben mehr. Wie wohltuend Natur ist, kann jeder wahrnehmen, der etwas Zeit draußen verbringt – etwas verändert sich und das fühlt sich gut an. Und Du musst Dein normales Leben dafür nicht aufgeben und in eine Höhle im Wald ziehen (das wäre etwas radikal). :-)
Aber sich mal klarzumachen, wo Du die meiste Zeit verbringst – innerhalb von Betonwänden, an PCs, am Smartphone, in Metallgebilden, die sich bewegen – kurz, in künstlicher Umgebung. WIR sind aber nicht künstlich – wir sind immer noch Teil der Natur – vergessen dies nur zunehmend. Sich zu erinnern, ist aber sehr leicht. Also auch hier – mach’s Dir zur Gewohnheit – nicht nur den Spaziergang am Sonntag. Gerade Wald ist wunderbar, um Belastendes abzugeben. Nach der Trennung von meiner letzten Partnerin war ich tieftraurig, manchmal sogar verzweifelt und ging in den Wald - und dort kamen die Tränen wie von selbst, was mir sehr geholfen hat. Wald hat ganz starke Heilkräfte, galt auch daher bei unseren Vorfahren als etwas Gutes, ja, Heiliges. Also nutze den Wald – oder Wiesen, Flüsse, Parks – irgendetwas ist bestimmt in Deiner Gegend.

Dies also ein paar ganz praktische Tipps. Mehr dazu und wie Du die Verbindung zu den „besseren Engeln Deines Selbst“ (Lincoln) stärkst, in den Workshops. Die dienen der Herzverbindung – damit Du Dich als liebevolles UND starkes Wesen (das Du bist!) empfinden kannst.
Denn die nächsten Jahre werden unschön – leider sogar sehr unschön - und dafür brauchst DU Liebe und Kraft – damit Du starke Wurzeln hast und Winde oder Stürme Dich nicht umreißen.
Meine ganz konkrete Bitte wäre also: Stärke Deine Kraft!
Nutze Dein schnelles Auto – Du hast ein schnelles Auto und es kann Dich zu schönen Zielen führen…..
https://www.youtube.com/watch?v=uTIB10eQnA0
Toi toi toi – und halt Dich wacker! :-


09.11.15 - Das rosa Gefängnis

Wir werden gerade in ein geistiges Gefängnis gesteckt – oder gut, nicht gerade – dieser Prozess läuft seit einigen Jahrzehnten oder, wenn man noch tiefer blickt, seit Jahrtausenden. Früher waren es Religionen. Glaube dies und tue das, dann wirst Du im Jenseits belohnt. Und die, die das nicht glauben, die sind verdammt (bzw. können oder müssen in manchen Formen bekämpft werden, in anderen ignoriert man sie). So in Kürze die Formel der alten Gefängnisse.
Dann kamen Ideologien: Kommunismus, Faschismus etc. Das Heil sollte nun auf der Erde errichtet werden. Leider war’s dazu wieder erforderlich, Bestimmtes zu glauben: Unsere Bewegung ist die richtige! Die anderen müssen vernichtet – eingesperrt – ausgemerzt werden! Auch diese Bewegungen brachten letztendlich nicht das Heil, was sie versprochen hatten.
Und als hätte man sich Brecht erinnert (erst kommt das Fressen, dann die Moral), feierte die Demokratie Triumphe – und verkündete das Ende von Ideologien und Religionen und die vollkommene Freiheit ihrer Staatsbürger. Sei, was Du willst! Arbeite! Konsumiere! Vermehr Dich!
Und gerade diese Form sollte sich als perfideste (und am Besten funktionierende) Art des Gefängnisses erweisen. Sie besteht dabei in zweierlei Form. Einmal in Form einer (Selbst)Ausbeutung, die antike Sklavenbesitzer vor Neid hätte weinen machen.
Denn die Lenker hatten erkannt: Wenn Du Menschen (aus)nutzen willst, als Arbeitskraft und Sklave, dann müssen sie motiviert sein. Der Sklave, den Du mit der Peitsche antreibst, ist nicht motiviert. Er hat Angst, aber er ist nicht motiviert. Wenn Du ihm aber sagst: Du bist frei, kannst tun was Du willst – dann wird er Höchstleistungen erbringen! Und man kann höchste Abgaben von ihm fordern (sehr praktisch).
Von daher wurde ein modernes System errichtet, in dem allen suggeriert wurde: Ihr seid frei! Während gleichzeitig ein Höchstmaß an Abgaben von ihnen verlangt wird, welches über allen Tributen früherer Zeiten liegt - weder bei den Assyrern noch im Römerreich noch im Mittelalter wurden so hohe Abgaben in Form von Steuern verlangt wie heute. Aber wir leisten sie – und sind glücklich dabei, sind wir doch frei. Was von der Sicht der Abgaben her nicht stimmt – kein Bauer im Zweistromland oder im Mittelalter musste ähnlich viel abliefern wie wir heutzutage.
Das zweite ist die innere Form der Sklaverei. Der beste Sklave ist der, der nicht weiß, dass er ein Sklave ist. Dass er in einem Gefängnis sitzt. Daher lässt man auf der einen Seite gewisse Freiheiten zu – ein Haus zu bauen, zu kaufen, zu wählen, die Arbeit auszusuchen, den Partner etc. – zum anderen ist das heutige Gefängnis ebenfalls geistig und mit Tabus und Vorgaben zu bestimmten Themenbereichen ausgestattet, ohne es so zu benennen. So wie man früher Gott nicht anzweifeln konnte, so kann man heute bestimmte Dinge nicht anzweifeln, ohne sozial dafür geächtet zu werden.
So sind im Moment der Nationalismus böse, Männer (weiße zumindest), Rassisten, Frauenfeinde, Rechtspopulisten, Antisemiten, Rechtsradikale, Neonazis, die PEGIDA, Akif Pirincci etc. Umkehrung der Werte: Vor 40 Jahren waren die Linken böse (RAF) – heute sind es die Rechten. Alle paar Jahre eine neue Sau, die durch’s mediale Dorf getrieben wird. Die Herrschenden bleiben derweil dieselben.
Und auch das ist eine Form des modernen Gefängnisses – man sagt nicht mehr: Wir müssen die Ungläubigen vernichten! Aber man verkündet die moderne Variante: DIE da sind die Bösen – und gegen die MÜSST Ihr sein – sonst seid ihr keine Guten! Und damit ist der Kreis geschlossen, der Zirkelschluss perfekt – man macht genau das, was man auch vor 500 Jahren tat – andere verurteilen, andere geringschätzen, andere mißachten, andere nicht zu Wort kommen lassen. Denn sie sind ja die Bösen. Die Form wechselt, der Ablauf bleibt derselbe.
Derweil darf man sich an Optimierungsmöglichkeiten sonder Zahl erfreuen, die alle eines gemeinsam haben: Sie führen nicht aus dem Gefängnis heraus. Man kann sich epilieren, studieren, tätowieren, die Wohnung optimieren, verreisen, Fett absaugen lassen, ein Facelifting machen, auf Facebook gehen, Selfies machen, einen Blog betreiben, eine Drohne dirigieren, Zeitmanagement verbessern und allgemein immer besser-besser-besser (sprich: angepasster) werden.
Alles, um eines zu verhindern: Dass die Menschen aufwachen und erkennen, dass sie in einem Gefängnis stecken (freilich ein sehr ein bequemes Gefängnis, um das uns die Armen der Welt beneiden, weswegen sie auch in größer werdender Zahl zu uns kommen – mit dem Ergebnis, dass wir auch ärmer werden, doch dazu ein anderes Mal mehr).
Die, die dieses Spiel am Laufen halten, tun dies deshalb, weil sie etwas wissen, was wir vergessen haben:
Dass unsere Kraft und unser Schöpfertum und unsere Freiheit rein inwendig sind – und dort erkannt, gehoben und genutzt werden können. Aber die Mittel dazu liegen nicht in den tausend Formen der Optimierung oder Verurteilung anderer (die sich wie gesagt nie so nennt). Sondern im Blick nach INNEN – im Willen zur Wahrheit.
Nichts ist stärker (und gefährlicher – für die Mächtigen) als ein menschlicher Wille, der sich auf ein hohes Ziel ausgerichtet hat und der Wahrheit verpflichtet ist. Die da einfach dem entspricht, was jemand vor 2000 Jahren sagte: Wir sind alle Kinder des Einen. Wir können alle unserer Bestimmung folgen. Und: Wer mich suchet (lies: Meine Bestimmung), der wird mich finden (unabhängig von der Religion – der das sagte, wollte mit Sicherheit keine Religion wie das Christentum – das haben seine Nachfolger gemacht, seine Worte verfälscht, eine Kirche geschaffen zur Lenkung der Gläubigen bzw. Sklaven etc. Aber die Botschaft von ihm – die war zu mächtig, zu machtvoll, um gänzlich unterdrückt zu werden).
Die nächsten Jahre wird jeder Gelegenheit dazu haben, sich zu entscheiden: Bleibe ich im rosa Gefängnis (was nebenbei eh zerfallen wird, s. Asylproblematik u.a.) und im bequemen, vorstellungsgeleiteten Leben (ich will für mich das Beste) – oder nehme ich die rote Pille - lasse mich auf das Abenteuer ein und folge der Intuition, wohin auch immer sie mich führt? Das wird die Frage sein, die jeder für sich beantworten kann.
Und auch dies kann man sich vor Augen halten: Es ist kein Zufall, dass DU in diese (unschöner werdende) Zeit geboren bist. DU hast Dich dafür entschieden, hier zu sein. Also mach diese Welt schöner – und folge Deiner Intuition.


19.10.15 - Die Stunde der Narren

Es gibt in Eso-Zirkeln einen schönen Spruch: Wann immer Dir etwas Schlechtes passiert- schau, womit Du unbewusst darum gebeten hast. Keine schöne Regel, sicher – aber eine gute. Denn jeder Schmerz ist Signal, ist Symbol für etwas anderes – Aufforderung, etwas zu ändern. Je weniger man sich ändern will, desto deutlicher kann das Signal ausfallen.
Man kann also die schlechte Erfahrung auch einfach mal als dies betrachten – als einen Hinweis, dass etwas gesehen, verstanden, integriert werden will. Je mehr wir emotional darin betroffen sind, desto schwerer – man kann sich zwar vom Verstand her trotzdem zwingen, aber das ist dann wie das runter Drücken eines Gummiballs unter Wasser – sobald man ihn loslässt, schnellt er nach oben. So ist es auch mit den Emotionen.
Wer aber sich traut, die Emotionen zuzulassen - sie nicht auszuleben (oh Drama!), nicht zur Geschichte zu machen (alle sind gegen mich! Heul!), zum Schauspiel (oh ich leide!) – sondern sie einfach nur wirken zu lassen OHNE Aktion, OHNE Wegdrängen, Rationalisieren, Beschönigen etc. – der stellt etwas Ulkiges fest: Die Emotion kommt – wirkt und wirbelt herum – und geht irgendwann wieder…. Und DANN – kommt der Frieden – echter Frieden, kein Fake. :-)
Das ist das Durchleben dieser Zustände – bei Schmerz ist es wirklich sehr schwer, umso mehr, dann trotzdem liebevoll zu sich zu sein – und doch geht es auch hier – den Schmerz anzunehmen, zuzulassen, auszuhalten und zu durchleben. Das ist soooo schwer…. Und doch ist es ein Weg – der beste Weg nach oben. Kein einfacher, wohl wahr – aber es ist möglich.
Und dahinter ist das wahre Sein – wahre Freude, wahres Wesen, wahrer Mut- und damit auch die Möglichkeit, künftig mehr Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Denn daran krankt diese Zeit – diese Stunde der Narren, in der wir uns befinden: Kaum jemand übernimmt Verantwortung – wie eine heiße Kartoffel wird sie, so schnell es möglich ist, weiter gegeben.
Feigheit und halbherzige Maßnahmen begleiten uns- und werden uns die nächsten Jahre um die Ohren gehauen werden. Denn ein Problem, das man nicht adressiert oder verdrängt, kommt irgendwann doppelt stark zurück. Und daher- um den Frieden in Dir zu stärken, wenn es „draußen“ immer unfriedlicher wird – schau Dir Deine Sachen an. Arbeite mit ihnen.
Viele Wege führen nach Rom – und es gibt mehr Ding zwischen Himmel und Erd‘ als unsere Schulweisheit sich träumen lässt (Schulweisheit! Grade diese ist heute in hohem Maße Narrheit – bewußte Narrheit und Irreführung! Aber auch das mag sich ausgleichen – wird sich ausgleichen….).
Also - wenn Dir das nächste Mal etwas Unschönes passiert- mach mal etwas neu! Versinke nicht in den alten Mustern von „der ist schuld!“ oder „ich bin schuld!“ oder „warum nur!“ oder was Du sonst tust. Mach etwas anders. Schreibe es möglichst neutral auf, spreche es auf Band (auf Band! Ha – voll achtziger Jahre!), schau es Dir an, geh damit nach Draußen, schrei es heraus, tanz es heraus – was immer Du sonst nie tust, tu es mal!
So kommt die Veränderung. So wirst Du kein Narr! Und das wäre sehr schön. Mehr - das wird Dein Leben stärker und bunter machen! Und das ist doch der Sinn des Lebens – wie Marshall Rosenberg so schön sagte: Unser Lachen zu lachen und unser Weinen zu weinen… OHNE daraus Geschichten zu machen.


28.09.15 - Kleine Anregungen

Jeder Mensch hat Wünsche – Träume – Sehnsüchte. DU hast Sehnsüchte. Sie sind wie Schatten auf einer klaren Wasseroberfläche. Verändert sich das Wasser, verändert sich die Form des Schattens. Dessen kann man gewahr sein. Verändere also das Wasser – nicht den Schatten!
Die kommenden Jahre werden manche Menschen irreführen, die die Schatten im Blick hatten oder haben. Das gehört aber dann zur (vielleicht notwendigen) Erfahrung. Signale werden deutlicher werden. Die Tore zur Erkenntnis (und zu den Helfern) werden weit offen stehen – nur werden viele Köpfe in die andere Richtung schauen, so dass sie die Tore nicht sehen. Es braucht aber nur die Änderung des Blickwinkels – des Hin-Sehens – und damit ändern sich Leben und Erfahrung.
Energien sollen gelebt – aber auch gelenkt werden.
Verbindung wird stärker werden. Ströme fließen ins Meer. Jeder für sich – doch alle gemeinsam in eine Richtung. Zum Meer. Zum endlosen Meer. Manche Ströme mögen sich verlaufen, aber sie münden am Ende alle ins Meer. Dort – im Meer – löst sich alles auf – und ordnet sich neu. Irgendwann kommt jeder Mensch, kommt jede Seele dorthin.
Verständnis und Vertrauen wachsen aus dem Folgen von Signalen. Diese Signale sind oft von Gedanken überdeckt. Sie sind aber da. Im Traum können sie ganz deutlich sein. Selbst diese Worte haben „Signale“ in sich, die Du spüren kannst. Der Schlüssel ist die Hingabe.
Hingabe heißt nicht, sich flach auf den Boden zu werfen und zu rufen: Komme, was da wolle! :-) Sondern sich eben den Signalen anzuvertrauen – dem Fluss. Zwang raubt Kraft – Hingabe bringt Kraft. Das ist die Unterscheidung.
Zu lernen, sich selber zu vertrauen – DAS ist von enormer Wichtigkeit! Und es ist möglich. Man kann es sogar trainieren, indem man lernt, auf die eigenen Signale zu schauen – sich den eigenen Signalen hinzugeben. Widerstände werden natürlich kommen. Ängste auch.
Die Kraft kommt dann auch aus der Überwindung der Widerstände. Aber am rechten Ort und zur rechten Zeit! Was die Welt noch nicht verstanden hat, ist, dass Zwang in ein Korsett führen kann. Da ist dann wenig Bewegungsfreiheit.
Hingabe ist dagegen, wie ich schon mal sagte, wie ein Mantel, den man an- und ablegen kann. Und das kann man üben. Die Übung macht den Meister. Die Hingabe gibt die Kraft.
Und es ist normal, dass dann Gedanken in eine andere Richtung laufen. Zweifel. Ängste. Unsicherheit. Das ist ganz normal. Aber je öfter man es tut – sich dem Strom hingibt, den Signalen vertraut – desto mehr Selbst-Vertrauen kommt da. Desto mehr werden die Gedanken nur noch wie Rauschen im Hintergrund sein. Wie ein Radioprogramm, das leiser wird.
Man sollte nicht zu streng zu sich sein. Strenge macht eng. Schmerz ist auch ein „strenger“ Lehrmeister. Das kann man sich merken. :-)
Im Grunde stehen wir in einer Art energetischen See – und senden dauernd Signale aus. Antwort auf die Signale erfolgt in der Zeit. Erfahrungen kommen plötzlich. Schau Dir Deine Gedanken und Deine Erfahrungen an – es wird ein Zusammenhang zwischen ihnen bestehen.
Nochmal: Die Welt wird enger werden. Aber nicht überall. Und es wird auch darauf ankommen, in der Enge den Blick in die Weite zu richten. Einen neuen Stand-Punkt einzunehmen. Denn damit gleitet der Blick über mehr Dinge hinweg – kann man mehr wahr-nehmen.
Und es stärkt die Liebe in einem Selbst. Die Liebe zu sich und die Liebe zu anderen. Und das ist nötig, denn die Menschen sollen davon weg-geführt werden, irre-geleitet werden. Irre sein. Aber der Blickwinkel lässt sich leicht verändern – und leichter, wenn man gewohnt ist, es zu tun. Dafür braucht es die Übung!
Nicht „es muss so-und-so sein!“. Sondern „wie kann es sein?“. Natürlich dem dann auch folgen – aber zuvor sich hingeben.
Das sind ein paar Schlüssel für die nächste Zeit.


21.09.15 - Energieräuber und Maskenträger

Energieräuber sind leider überall – d.h. Menschen, die einem Energie rauben, bei denen man sich nach dem Kontakt mit ihnen schlapp, ausgelutscht, schlecht fühlt (ich hatte schon mal darüber geschrieben, aber das Thema ist für manche Leser neu).
Konkret sind das einfach Menschen, die von der Energie her niedriger als man selbst schwingen – die also mehr Neid, mehr Zorn, mehr Hass o.a. als man selbst in sich haben. Da sich Energien immer ausgleichen, zieht also die niedrige Energie die höhere tendenziell nach unten.
Was kann man tun, wenn man einem Energieräuber ausgesetzt ist? Das Dumme ist, dass die Energieräuber oft geschickte Strategien einsetzen – ihren Energieraub hinter Hilflosigkeit, Aufmerksamkeit, Freundschaft, Wichtigkeit etc. tarnen.
Man kann also
- Dem Energieräuber möglichst ausweichen
- Den Kontakt zu ihm minimieren
- Ihn umbringen (die radikalste Methode und nur in Ausnahmefällen zu empfehlen)
- Sich energetisch abschirmen lernen
- Die eigene Basis stärken
Methode Drei war natürlich Scherz. Energetisch abschirmen kann man bei einem guten spirituellen Lehrer lernen. Die beste Methode ist die letzte – stärkt man die eigene Basis, wird man eben stabiler und kann sich dem Treiben des Energieräubers zunehmend ohne Kraftverlust aussetzen.
Da die eigene Energie noch höher schwingt, kann der Energiesauger nicht mehr so gut andocken. Und irgendwann kratzt es einen dann nicht mehr. Das ist aber Übungssache! Von nichts kommt da nichts. Wer aber an Wahrheit und Selbstentwicklung ehrlich interessiert ist (bei manchen Menschen ist das auch unbewusst der Fall), der wird quasi von selbst die Schritte zu mehr Kraft und (Selbst)-Vertrauen machen. Das ist unabhängig von Alter, Intelligenz, Geschlecht etc. jedem Menschen möglich.
Zu den Masken:
Wir allen tragen Masken. Das ist auch irgendwo normal. Beruf ist anders als Freizeit, Partner anders als Arbeitskollegen etc. Das Dumme daran ist, dass zu intensives Maskentragen zum einen Energie raubt (es ist dann, als müsste man immer in einer Rüstung rumlaufen), zum anderen kann es den eigenen Blick trüben.
Und es ist wichtig, HINTER die Masken zu schauen, um zu erkennen! Oft werden wir von anderen getäuscht, weil wir nicht hinter die Fassade schauen. Weil die Täuscher (so wie die Energieräuber) die kleinen Schwächen ihrer „Opfer“ ausnutzen.
Das Bedürfnis nach Bestätigung der eigenen Meinung, nach Sicherheit, nach Ruhe, nach Anerkennung etc. Also geben sie uns das – verbal oder auch durch Aktionen. Politiker müssen es tun, Geschäftsleute auch, Partner können es tun und Freunde auch.
Aber da ist jedem von uns gottseidank auch der eigene Spürsinn gegeben – dieser sagt normalerweise (wenn das Bedürfnis nach Selbst-Täuschung nicht größer ist als das nach Wahrheit bzw. wenn man sich der eigenen Muster einigermaßen bewusst ist), wenn da etwas nicht stimmig ist. Das kann man auch trainieren.
In dem Maße, wie man bei anderen genauer hinschauen lernt, lernt man natürlich auch, bei sich selbst genauer hinzuschauen. Und auch das ist ein Weg zu mehr Kraft und Stabilität, von dem nicht jeder will, dass wir ihn gehen. Denn die Maskenträger täuschen seit tausenden von Jahren – man könnte also diese Tradition mal unterbrechen. :-)
Eine kleine Übung zum Schluss: In Großbritannien wurde in der Stadt Hampstead, von den hiesigen Medien weitgehend unbemerkt, ein Vater von den eigenen Kindern in einem Rechtsstreit mit seiner Ex-Frau beschuldigt, die Kinder missbraucht zu haben.
Es gab Polizeiverhöre, ärztliche Untersuchungen und schließlich ein Gerichtsurteil, bei dem der Vater freigesprochen wurde. Nun wird gegen die Mutter ermittelt, die Kinder sind in staatlicher Obhut und der Vater durfte in der BBC ein Interview zu seiner Darstellung der Dinge geben.
Dieses Interview kann man sich einfach mal als Übung anschauen und auf sich wirken lassen. Zehn Minuten genügen. Denn es ist wichtig, hinter die Maske zu schauen. https://www.youtube.com/watch?v=iqyRG9iHess
Als Vergleich kann man auch in das folgende Video hineinschauen – beide sind leider auf Englisch – man kann aber auch ohne Sprache einen anderen Menschen verstehen – auf sich wirken lassen – und fühlen: Wer schauspielert? Und wer ist echt? Denn auch dahingehend werden wir (leider) immer mehr in die Irre geführt. https://www.youtube.com/watch?v=8sadhMg8o8E


07.09.15 - Die Giftpflanze

Seit vielen Jahren schon wächst unbemerkt in vielen Menschen eine Giftpflanze. Diese Pflanze ist immer schon in Menschen gewesen, aber die letzten Jahre hat man sie ganz besonders fleißig gedüngt und gegossen, damit sie große Früchte tragen kann. Und das tut sie mittlerweile.
Ein Beispiel: Ein Mann im Süden Deutschlands ist Abschiebungsgegner. Auf einer Demonstration gegen die Abschiebung von Asylanten am Karlsruher Flughafen bemerkt er, dass der Busfahrer, der die Asylanten zum Flughafen fuhr, ein Thor-Steinar-Shirt trägt. Dies ist eine Modemarke, die auch, aber nicht nur, von Rechtsextremen getragen wird. (Mein Nachbar zum Beispiel trägt sie auch und der ist ein Hippie).
Der Mann meldet den Vorfall beim Regierungspräsidium Stuttgart und bei diversen Zeitungen, dass da ein Busfahrer rechtsradikal sei. Das Regierungspräsidium meldet den Vorfall dem Arbeitgeber. Der kündigt dem Mann, der bisher durch keinerlei rechtsextreme Äußerungen aufgefallen war, fristlos.
Nun kann man diesen Fall als richtig ansehen – ein Nazi wurde enttarnt und bekam seine Strafe. Man kann es aber auch so sehen: Ein Mensch wurde aufgrund eines Kleidungsstücks beurteilt. Und verurteilt. Sein Charakter, sein Wesen und sein Wert, zeigten sich allein an oder in diesem Kleidungsstück.
Der Mann, der das mit seiner Anzeige initiiert hatte, schrieb über den Vorfall auf seinem Blog (und bekam dort viele wütende Zuschriften, aber auch Zustimmung). Ich schrieb ihn auch an und fragte, warum er denn einen Menschen, der keine Straftat begangen habe, aufgrund eines Kleidungsstücks verurteilt habe?
Er schrieb zurück, dass es einen Dresscode bei Rechtsextremen gebe und man sie daran erkennen könne. Ich antwortete, dass er dann klüger sei als ich, denn ich würde mir nicht zutrauen, einen Menschen aufgrund eines Kleidungsstückes beurteilen zu können. Ich sähe auch nicht, wo in seinem (also des Anzeigers) Verhalten der Unterschied zu einem Menschen sei, der andere aufgrund ihrer Hautfarbe beurteile. Diese Antwort von mir wurde allerdings nicht mehr veröffentlicht.
Wer den Fall nachlesen will, kann das hier tun: http://joergrupp.de/bin-ich-verantwortlich-fuer-die-entlassung-eines-busfahrers/
Was dieser Fall schön (oder unschön) zeigt, ist das Wirken der Giftpflanze. Wer mit ihr infiziert ist, handelt aus der Gewissheit heraus, das Richtige zu tun – und ist daher auch bereit, Dinge zu tun, die menschlich schäbig sind.
Zum Beispiel andere (anstatt sie direkt zu konfrontieren) zu denunzieren. Über sie zu richten und ihre Existenz zu schädigen – und sich dabei noch im Recht zu fühlen. Hätte der Anzeiger den Busfahrer ansprechen können? Das hätte er machen können. Hätte er anders handeln können? Das hätte er tun können. Lag eine Straftat des Busfahrers vor, hatte er sich in irgendeiner Weise falsch gegenüber den Asylbewerbern benommen? Nein.
Aber wer das Gift in sich trägt, sieht nicht mehr den anderen Menschen, sondern nur noch den Gegner. Sieht nicht mehr den größeren Zusammenhang (wir sind alle Menschen), sondern nur noch das eigene Ziel (Gegen Nazis).
Und so tarnt sich dann Feigheit als Zivilcourage. Starrsinn als Stabilität. Denunzieren als Tugend. Und man fühlt sich gut dabei.
Aber es ist ein Preis, den man zahlt, denn man tötet Menschlichkeit in sich selbst. Man wird – ohne es jemals so zu nennen – zum Verräter, bereit, andere aus Bösartigkeit zu verraten. Das ist nicht schön, aber es ist ein Grundmerkmal der nächsten Jahre.
Es wird viele Verräter geben – und viele Verratene. Erst viele Jahre später wird man dann unsere Zeit so betrachten wie wir heute vergangene Zeiten betrachten und sagen: Meine Güte….. was ging in den Köpfen dieser Menschen vor?
Oder anders ausgedrückt: Der „Fürst dieser Welt“ ist ja nicht deswegen so erfolgreich, weil er dauernd rumrennt und schreit: Verkauft mir Eure Seelen! Tötet Kinder und esst sie! Nein, er ist der Glauben ohne Zweifel, die sichere Gewissheit, richtig zu handeln – die leise Stimme, die einem einflüstert „das ist schon richtig so – Du darfst diesen Menschen melden, es ist ein gutes Werk, der andere ist böse und Du bist gut – also mach nur….“. Damit (!) verkauft man seine Seele – ohne es zu bemerken.
Davor schützen kann man sich, indem man ehrlich nach innen schaut. Ehrliche Innenschau betreibt – die Wahrheit erfahren will!


17.08.15 - Verbindung stärken

Jeder von uns ist nicht nur mit sich und anderen verbunden (und kann – je nach Sensibilität und Situation) diese Verbindung mal stärker und mal weniger stark fühlen. Eltern – Partner – Kinder – Freunde – Seelenverwandte – ja, selbst Tiere können mit uns so stark verbunden sein, dass wir das fühlen.
Beispiel: Als die Katze meiner Eltern eingeschläfert wurde, sass ich an dem Tag im Büro und arbeitete an irgendwelchen Angeboten. Auf einmal gab es mir einen Stich in der Magengegend – da wusste ich: Jetzt stirbt sie! Oder: Ich hatte mal eine Freundin, mit der die Verbindung so stark war, dass ich fühlen konnte, was sie fühlte. Wenn sie große Angst hatte, bekam ich auch Angst (was ganz schön nervig war bisweilen). :-)
Jedenfalls gibt es Verbindungen auf vielerlei Art und Weise. Auch – und damit kommen wir zum Thema – zu uns selbst (zu unserer Seele) und zu den Wesen um uns herum, die wir nicht sehen können. Oder sagen wir: Zu den Ebenen, die wir nicht sehen können.
Jeder von uns hat einen Schutzgeist – oder sogar deren mehrere. Und mit denen oder mit der Ebene, auf der sie sich befinden, in Kontakt treten zu können, ist eine hier und da wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren. Denn das Chaos wird größer werden (im Außen) – und auf dieser Ebene ist es still. Nährend. Kraft und Richtung gebend.
Es ist ein Ruhig werden und ein sich-beruhigen, was man fühlen kann. Nicht auf Knopfdruck. So wie ein Pferd nach langem Lauf einen Moment braucht, um zur Ruhe zu kommen – so müssen auch die Erholungsphasen sein. Die kann man sich gönnen bzw. kann man dies üben.
Und durch die Übung (einmal genügt nicht), wird die Verbindung immer leichter zustande kommen. Denn die Türen sind immer offen. Es braucht nur die Hingabe, um hindurch zu treten. Keiner von uns ist aus Holz oder Metall. Das lebende Gewebe kann lebende Gefühle steuern. Je öfter, je leichter.
Manchmal ist es nur ein Schritt nach links oder nach rechts – eine neue Perspektive. Und dann IST etwas neu! Kinder können das spielerisch. Tiere können es auch. Nur erwachsene Menschen vergessen es zuweilen. Aber nicht für immer, wenn sie bereit sind.
Stärke also die Verbindung – in DIR, zu Deiner Seele. Und dann zu den anderen Ebenen. Wenn man in sich den ehrlichen Wunsch und das ehrliche Bedürfnis dazu verspürt und zur Hingabe bereit ist – dann ist die Verbindung da.
Und das ist einfach wunderbar. Sich aufladen zu können – Energie zu tanken. Geborgen und berührt zu sein. Dort liegen Genuß und Heilung. Für jeden von uns.
Das wird im Seminar am 27.09. das Thema sein. Verbindung zu stärken.


12.08.15 - Der Kampf zwischen Mut und Angst

Wie fühlt man sich, wenn man MUT gefasst hat und der Angst ins Auge schaut? Vielleicht wie in einem Boxkampf?
Meine Damen und Herren, der Hauptkampf des heutigen Abends....
in der linken Ecke mit den grünweissgestreiften Hosen und einem Kampfgewicht von 45 kg - der Herausforderer - MUT (fader Beifall von den Rängen) - und in der rechten Ecke - mit den schwarzen Hosen mit Teufelsemblem und einem Kampfgewicht von 265 kg - der seit 20 Jahren ungeschlagene Champion - ANGST!! (tosender Beifall von den Rängen)....

Ja - so ähnlich könnte man es sich wohl vorstellen. :-) Vom Gefühl her.
Und doch - wenn mal diese kleine Lichtgestalt MUT dem riesigen Schatten ANGST entgegentritt, geschieht etwas Seltsames.
Da ist zunächst, wenn man der Situation, d.h. der Angst näher kommt das Phänomen, dass der Schatten immer größer wird - immer mächtiger wölbt er sich nach oben, als wolle er den ganzen Horizont bedecken - immer kleiner wird die Lichtgestalt, ist kaum noch zu sehen....

Und der Schatten verhöhnt den Mut, sagt: Du kleines Würstchen, was willst denn Du?? Ich bin die Angst - größer und tausendmal mächtiger als Du - Du wirst es nicht schaffen, Du wirst scheitern! Also lass es doch lieber sein, es hat eh keinen Zweck - denn Du wirst es nicht schaffen, hast es nie geschafft, hast immer Angst gehabt, denn ICH, die Angst, bin zu mächtig für Dich! Etc. pp.

Wenn man das aushält - die Einflüsterungen der Angst, das Gedankenkarussell der Angst übersteht, dann geschieht das Entscheidende:
Die Angst verschwindet. Der Schatten verflüchtigt sich. Ganz plötzlich und auf einmal - zack, als hätte man einen Lichtanschalter angeknipst.
DIe Angst verliert immer! Wenn man den Mut hat, sie auszuhalten. Dann verschwindet sie nämlich, muss dem Mut weichen. Das kann einen Moment dauern - aber der Augenblick, wo die Angst die Flucht ergreift, kommt auf jeden Fall. Nur der Zeitpunkt ist von Mal zu Mal unterschiedlich.

Also MUT - im ewigen Kampf zwischen Angst und Mut bezieht die Angst einen Gutteil ihrer Kraft aus der Nicht-Konfrontation - setzt man sich ihr aber aus - auf die für einen ganz persönlich richtige Art und Weise (auch dort gibt es tausende Variationen) - dann muss sie weichen.
Und jeder Sieg stärkt den Mut! Gibt neue Kraft!
So dass irgendwann der Mut stärker ist als die Angst - und das ist schön. Das ist.... LEBEN!


13.07.15 - Vom Lügen und belogen-werden

Ich sah letztens einen empfehlenswerten Film – die Lance Armstrong Story über den gleichnamigen Radsportler. Kann man bis zum 04.08. noch hier schauen. http://www.ardmediathek.de/tv/Doku-am-Freitag/Ausgebremst-Die-Lance-Armstrong-Story/WDR-Fernsehen/Video?documentId=29374160&bcastId=12877116
Der Film erzählt die Geschichte des siebenfachen Tour-de-France-Siegers Armstrong, der als erfolgreichster Radsportler der Geschichte 100 Mill Dollar macht – und schließlich des Dopings überführt wird, was er vorher jahrelang geleugnet hatte.
Der Film ist aus zwei Gründen sehr interessant (wer keine Zeit für den ganzen Film hat, kann auch nur die ersten 5 Minuten und dann 15 Minuten ab Min 57 schauen – dort sieht man Lance Armstrong und die Zeugen, die ihn des Dopings bezichtigen, ihre Aussagen machen).
Einmal zeigt er einen Lügner dabei, wie er lügt. Überzeugend, selbstbewusst bzw. fast arrogant, wortgewandt, ohne die Fassung zu verlieren. Zum anderen zeigt er ihn dabei, wie er alle möglichen schmutzigen Tricks gegenüber denjenigen umsetzt, die ihn des Dopings anklagen.
Die Masseuse, die auf der Tour de France gesehen hat, wie er sich EPO-Spritzen gab, wird als alkoholkranke Hure bezeichnet. Die Frau eines Teamkollegen, die ihn hörte, wie er Doping gegenüber Ärzten zugab, hasst ihn angeblich.
Andere sind alkohol- und drogenkrank, neidisch etc. Es ist sehr spannend, den Einsatz dieser Technik zu verfolgen – es wird nicht auf die Argumente eingegangen, sondern der Überbringer der schlechten Nachricht wird mit Dreck beworfen. Irgendetwas wird schon hängen bleiben.
Das Andere ist die perfide Art des Lügens. Um den Erfolg, den Ruhm, das Konstrukt seines Lebens und alles andere zu sichern, ist jedes Mittel recht. Ein Anwalt der Gegenseite sagt nach Anhörung der Aussagen beider Seiten, also Lance Armstrong und der Ankläger, dass hier etwas seltsam sei:
Entweder lügen alle diese Menschen – und das sei widerwärtig. Oder Lance Armstrong, der sich auf seine Krebserkrankung bezieht, darauf, wie viele Menschen ihm vertrauen etc. ist ein Soziopath, der genau weiß, dass er lügt. Und das ist beängstigend.
(Wer mehr über Sozio- und Psychopathen wissen will, kann auch diesen überaus erhellenden Film anschauen – leider nur auf Englisch: I am Fishhead. https://www.youtube.com/watch?v=TB0k7wBzXPY Er zeugt wunderbar auf, wie Psychopathen andere Menschen und bestehende Strukturen nutzen und ausnutzen, um Erfolg zu haben).
Doch zurück zum Thema: Am Ende kommt alles raus und Lance Armstrong zeigt auch hier nicht sein wahres Gesicht, sondern schauspielert weiter.
Der Film ist auch deswegen so instruktiv, weil er ein Grundthema unserer Zeit betrifft. Manche Menschen lügen uns volle Kanne ins Gesicht – ohne mit der Wimper zu zucken – und die viele Menschen glauben es. Glauben es, weil sie es glauben möchten.
„Ich habe nie gedopt! Die Renten sind sicher! Deutschland braucht Zuwanderung! Ihre Spareinlagen sind von der Bundesregierung garantiert! Der Euro ist alternativlos! Wir haben alles unter Kontrolle! Usw. usf.“
Mundus vult decipi sagten die alten Römer so treffend. Die Welt will belogen werden. Wir wollen Sicherheit und Helden und Ruhe und leider, leider, sind viele dafür bereit, sich belügen zu lassen.
Dabei ist die Trennlinie recht einfach: Wer die Wahrheit wissen will – unabhängig davon, ob sie ihm gefällt oder nicht - dem wird sie zu teil werden. Wer manches über sich nicht wissen möchte, ach, da möchte ich gar nicht hinschauen etc. – der ist auch an anderen Stellen bereit, sich belügen zu lassen.
Was nicht gut ist. Denn nur die Wahrheit macht uns frei. Der Philosoph Sokrates sagte so treffend: Ich weiss, dass ich nichts weiss. Was man auch so verstehen kann, dass er ohne Vor-Urteile an Themen heranging.
Das Andere so exemplarisch Wertvolle im Film ist das Verhalten derer, die die Lüge verteidigen wollen. Da man keine Sachargumente hat, greift man die Überbringer der schlechten Botschaft an. Man kann dieses Muster ohne Probleme auf genügend Sachverhalte bei uns übertragen, wo Protestierende, Fragende, Aufdeckende als Menschen bösen Willens, verquer, dumm, verbohrt, rechtsextrem, hasserfüllt oder was-auch-immer bezeichnet werden. Nur mit den Argumenten wird sich nicht beschäftigt. Darf sich nicht beschäftigt werden – sonst fiele das Lügengebäude zusammen.
Wir mögen denken, in einem Zeitalter von Aufklärung und Informationen zu allem zu leben, doch ist das genaue Gegenteil der Fall. In der medialen Dauerbeschallung von morgens bis abends fällt nicht mehr auf, dass wir mit Lügen bombardiert werden, die nur deswegen nicht erkannt werden, weil alle sie glauben. Alle sie wiederholen.
Wer an diese Lügen rührt, ist erst mal verdächtig. Hat (s.o.) wohl niedere Motive.
Der Fall Armstrong ist daher so gut geeignet, da er beides zeigt: Wie Menschen bereit sind, sich belügen zu lassen. Und wie ein Lügner die Lüge bewusst einsetzt – im Bewusstsein, dass es etwas Wichtigeres als die Wahrheit gibt.
Und das ist die größte Lüge.


08.07.15 - Ent-wick-lung

Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, so schlägt er Wellen. Wenn nun diese Wellen den Rand des Teiches/Beckens etc. erreichen, kehren sie zum Ursprung zurück. Hin – her, ein – aus – immer ist es ein vor und zurück. Einer Pendelbewegung ähnlich.
So ähnlich kann man es sich auch mit eigenen Gedanken und Gefühlen vorstellen. Wir senden diese aus – und irgendwann kehren sie zu uns zurück. Bzw. wie bei einer Welle kehrt die Empfindung mit dem zurück, was an der Empfindung/Welle hängen geblieben ist.
Oft genug sprechen wir nicht über unsere Gefühle, verbergen sie sogar. Aber energetisch gesehen spielt das keine Rolle, da wir aussenden, ob wir wollen oder nicht. Es geschieht einfach. Es liegt also an uns, ob wir Schrott oder Schönes aussenden, denn WIR sind Sender und Empfänger. Sind Schöpfer.
D.h. nicht, sich vergewaltigen zu müssen. „Ich denke nur noch gut! Ein schlechter Gedanke?? Oh Gott – weg mit Dir!!“. So nicht. Das ist der Weg der Religionen und Pseudo-Esoteriker.
Sondern in sich aufräumen, die schlechten Gedanken und Gefühle auflösen über das Anschauen – das ist es. Es sich eingestehen, wenn da ungute Anteile, vorschnelle Urteile, böse Gedanken über andere sind.
Gefühle von Neid, Missgunst, Habgier oder Geltungssucht sind nur dann schlimm, wenn wir uns ihnen ausliefern. Wenn wir sie uns steuern lassen.
Aber nur, weil man nicht immer liebevolle Gedanken und Gefühle hat ist man kein schlechter Mensch.
Alles ist miteinander verbunden – manche Gefühle und Gedanken verschieben sich im Laufe des Entwicklungsprozesses. Und das ist sehr spannend, zu merken, wie Dinge an ihren Platz oder an neuen Platz gesetzt werden.
Z.B. kann man eine Lust zu herrschen in sich spüren. Lebt man die zum eigenen Vergnügen aus, ist es schlecht (bzw. gibt man dann u. U. einen guten Politiker, aber einen schlechten Menschen ab).
Aber die Kraft, um zu herrschen – die kann man ja leben. Nur eben auf die richtige Art und Weise.


06.07.15 - Wuthering Heights

Wer sich irgendwann in seinem Leben mal entschlossen hat, „spirituell“ zu werden (Spiritual?? What the F…???) – sagen wir ganz allgemein, die guten Anteile in sich zu stärken, der Intuition bzw. seiner Bestimmung zu folgen, das Eigene, Gute in dieser Welt zu manifestieren – der stellt irgendwann fest, dass auch in diesem Bereich (wie überall) viel Unsinn kursiert.
Das Leben wird nämlich nicht dadurch wundervoll, dass man sich dazu entscheidet, spirituell zu sein – im Gegenteil wird es zuweilen gräßlich, anstrengend und enervierend, so dass man sich fragen kann: Warum tu ich mir diesen Sch…. denn an? Die Antwort ist simpel: Ohne Fleiss kein Preis. Oder: Wenn man sich entwickeln will, muss man erst das überwinden, was zwischen Einem und dem Ziel steht.
Wenn man also Liebe in diese Welt bringen will – muss man sich irgendwann auch seinen eigenen dunklen Aspekten zuwenden. Der Gier, dem Neid, der Sucht nach Anerkennung etc. Ereignisse im Außen werden von selbst kommen – wie Stürme – und einen tüchtig durchrütteln, das vorher so Festgefügte zerstören – Partnerschaft, Beruf, Freunde - „Hilfe, alles bricht auseinander, was soll ich tun?“.
Sich vor allem eines bewusst machen – hätte man nicht in sich die Kraft, diese Dinge zu überstehen – so würden sie sich auch nicht zeigen. Wir kriegen gerade so viel, wie wir (er)tragen können. Es ist etwas wie einen bergigen Weg zu gehen. Manchmal ist er leicht, manchmal ist er schwer. Ja, es ist wirklich wie eine konkrete Bergtour, die man vielleicht schon mal gemacht hat.
Und damals hat man sich auch nicht jeden Tag gefragt: Warum tue ich das denn? Warum gehe ich diesen Weg? Man ist ihn einfach gegangen. Nun, auf diesem „spirituellen“ Weg ist es schwieriger, da man das Ende nicht sieht. Aber ein Ende gibt es auch hier.
Wer sagt Dir, dass die „Stürme“, die Dein Leben durchtosen und auf den Kopf stellen, nicht den Stürmen gleichen, die Du auf einer realen Wanderung erlebt hast? Da war es auch bisweilen hart - anstrengend – enervierend. Und doch hast Du es geschafft. Weil Du nicht aufgegeben hast!
Und das kannst Du auch hier tun. Nicht aufgeben. Einfach weitermachen. Irgendwann hört der Sturm auf, der Nebel lichtet sich – und dann: Welch klare, weite Sicht! Wie hoch Du gestiegen bist!
Hab also Vertrauen und Mut – zu DIR selbst! Es wird sich noch alles entschlüsseln – und hinter mancher Sturmhöhe lockt ein friedliches Tal. Da ist Dein Ziel. Aber erst der Sturm! Dann der Frieden.


29.06.15 - Der glibbrige Egopudding

Die Strukturen unserer Gesellschaft gleichen Gerüsten, die unter immer mehr Spannung, immer mehr Druck stehen. Irgendwann müssen sie zerbrechen.
Auch wir haben in uns Strukturen, Muster, Prägungen, Gerüste – aber unter diesen Gerüsten oder sie ausfüllend ist etwas ganz weiches, klebriges, glibbriges. Anpassungsfähiges.
Das ist das Ego oder wenn man so will, der Charakter, der uns ausmacht. Wie alle Systeme will er vor allem leben. Will Sicherheit. Dieser Meister der Täuschung nistet sich an allen Stellen ein.
Nicht nur da, wo es ganz offensichtlich ein „alles für MICH!!“ ist – sondern auch und gerade an den kleinen Ecken und Kanten unseres Seins. Er täuscht uns Stabilität und Sicherheit vor -aber beide sind fragil.
Seine Nahrung erhält er aus den ihn nährenden Gefühlen. „ICH brauche das nicht mehr….“ „ICH hab hier den Überblick:…“ „ICH bin der Chef hier….“. „ICH hab die Kontrolle…“.
Vor allem Kontrolle – je mehr, desto besser, aber nie genug. Nie genug Kontrolle, um sich wirklich sicher zu fühlen. http://blog.fefe.de/?ts=abaa3e88
Versuche, dem Pudding die Basis zu entziehen, werden mit Widerstand beantwortet, offen und verdeckt. Oft genug WISSEN wir, dass das, was wir tun, irgendwo falsch ist. Aber je mehr Stress, desto leichter die Entschuldigung.
„Alle anderen machen es doch auch so….“. „Morgen mache ich zum Ausgleich was Gutes!“. „Es muss halt so sein…“. Etc.
NOCH sind wir an einem Punkt, wo es NICHT so sein muss – aber schon bald werden wir wieder Verhältnisse haben, wo es wieder SO und GENAU SO sein muss! Alternativlos sozusagen.
Dann wird es scheinbar schwer werden. Deswegen ist es so wichtig, JETZT schon zu üben, nach anderen Wegen Ausschau zu halten. Der Intuition zu folgen.
Vor 2000 Jahren kam mal einer zu einer Zeit, als alle Strukturen völlig festgefahren schienen – um zu zeigen, dass es einen Ausweg gibt.
Oder mehrere Auswege, denn nie ist nur eine Tür offen. Immer sind mehrere offen.
Also – nicht nur den Pudding füttern. Der Pudding kann überall hin, nur in einen Bereich kann er nicht: Ins Herz.
Den Herzschrank kann nur die Liebe aufschließen und der Pudding kennt die Liebe nicht. Nur Zerrbilder von ihr.
Also einfach mal schauen – wo leuchtet MEIN Herzlicht, wo bin ich berührt….. und wo glibbert mein Pudding-Geblubber grad wieder…. Und dann entscheiden.
Welchem Weg man folgen will. Und wenn’s ein Um-, Holz- oder Irrweg ist – egal. Der Weg zur Meisterschaft ist nie grade. Der Weg der Entwicklung auch nicht.
youtube.com/watch?v=Z28Mi6mUyKo


23.06.15 - Unbesiegt

Invictus

By William Ernest Henley

Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.

Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate,
I am the captain of my soul.


09.06.15 - Potemkinsches Dorf

Mit einem Potemkinschen Dorf bezeichnet man Kulissen, die man errichtet hat, um dahinter etwas zu verbergen (üblicherweise etwas Schäbiges). Die Bezeichnung kommt aus dem Russischen:
Dort hatte zu Zeiten der Zarin Katharina der Großen einer ihrer Befehlshaber, besagter Potemkin, die Idee, der Zarin, wenn Sie Dörfer ihrer Untertanen besuchen wollte, extra welche herzurichten.

Dazu liess er Dörfer extra errichten oder herausputzen, die die Zarin dann voller Wohlgefallen bewundern konnte. Den wirklichen Zustand russischer Dörfer, ihren Dreck und ihre Armut, bekam sie so nicht zu sehen. Wikipedia benutzt in seiner Beschreibung die treffenden Worte, dass das ein Potemkinsches Dorf beeindruckend wirke, dass es ihm aber an Substanz fehle.
http://de.wikipedia.org/wiki/Potemkinsches_Dorf

Ganz aktuell wurde grade bei uns, in Deutschland, ein Potemkinsches Dorf errichtet. Man kann es hier bewundern:
https://www.youtube.com/watch?v=Bo1zFvR_mIc
Der Realität näher kommt diese Beschreibung von den Zuständen, die um das Dorf errichtet wurden - zugeschweisste Kanaldeckel, Entfernung von Gartenzwergen und Blumenkästen etc.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=356334

Hier wird das Potemkinsche Dorf allerdings nicht für die Herrschenden, sondern für die Beherrschten errichtet. Man kann sich ruhig mal Gedanken machen, was dies über unsere Gesellschaft aussagt. Und nein - es ist nicht normal.


Foto: Christian Erik Baer